Veröffentlicht am Donnerstag, 8. November 2018

Laterne, Laterne …

Am 11. November ist Sankt Martinstag - Wo kommt der Brauch eigentlich her und was ist in der Region geboten?

Der 11. November ist nicht nur der offizielle Faschingsauftakt, sondern auch das Fest des heiligen Martin von Tours - Sankt Martinstag sagt sicher jedem etwas. Traditionell marschieren an und um diesen Tag herum, Kleine und Große mit ihren, meist selbst gebastelten, Laternen durch Städte und Dörfer. Sie erhellen die Straßen und erwärmen wohl auch so manches Herz bei trübem, nebligem und kühlem Novemberwetter. Doch was steckt eigentlich hinter dem Brauch?


(Quelle: J.Mühlbauer exclus. - stock.adobe.com)

Wie bereits erwähnt, stellt der St. Martinstag im Kirchenjahr das Fest des heiligen Martin von Tours dar. Dieser wurde um 316 n. Chr. in der römischen Provinz Pannoia (im heutigen Ungarn) geboren und starb am 8. November 397 in Cades bei Tours in Frankreich. Am 11. November 397 wurde er zu Grabe getragen - hiervon wurde das heutige Martinstag-Datum abgeleitet. Martin von Tours war der dritte Bischof von Tours und wird nicht nur in der katholischen Kirche verehrt.

Es gibt verschiedene Legenden, die Martin von Tours betreffen. Zwei der bekanntesten sind:

1. Martin von Tours begegnet als römischer Soldat einem frierenden Bettler. Er hat Mitleid und teilt aus Nächstenliebe seinen Mantel in zwei Hälften und gibt eine davon dem Bedürftigen. In der darauf folgenden Nacht hatte er einen Traum, in dem er herausfindet, dass der Bettler, dem er geholfen hat, in Wahrheit Jesus Christus war.

2. Nach seinem Dienst in der römischen Armee, als Martin im Kloster lebte, sollte er zum Bischof ernannt werden. Er fühlte sich dessen nicht würdig und wollte sich der Menge entziehen. Deshalb versteckte er sich in einem Gänsestall. Als das Volk sein Fehlen bemerkte und nach ihm suchte, verrieten ihn die laut schnatternden Gänse und er willigte letztendlich doch ein Bischof von Tours zu werden.

In manchen protestantischen Regionen wird der Martinstag bereits einen Tag früher, am 10. November gefeiert, da der kirchliche Reformator Martin Luther am 10. November 1483 geboren wurde.

Brauchtum

Rund um den Martinstag gibt es diverse Bräuche, die in verschiedenen Regionen praktiziert werden.

Das Essen der Martinsgans zum Beispiel ist ein weit verbreiteter Brauch. Traditionell wird sie mit Rotkohl und Semmelknödeln oder Kartoffelklößen serviert. Viele führen den Brauch der Martinsgans auf die Legende mit den Gänsen zurück. Der historische Erklärungsversuch sieht allerdings ein wenig anders aus: Zu Zeiten des Lehnswesens wurde die Lehnspflicht (damals häufig in Form einer Gans) am Martinstag fällig. Und da der Martinstag traditionell mit einem Fest verbunden war, lag es nahe, die Gans als Festessen zuzubereiten.

Sankt-Martins-Umzüge sind in vielen (v.a. katholisch geprägten) Regionen Deutschlands, Österreichs, der Schweiz, Luxemburgs, Ostbelgiens, Südtirol und Oberschlesiens üblich. Kinder laufen mit ihren Laternen, oft in Begleitung eines Reiters auf einem Schimmel - dieser soll den heiligen Martin darstellen - durch die Straßen. Dabei werden Martinslieder wie "Laterne Laterne" oder "Ich geh mit meiner Laterne" gesungen.

Im Anschluss oder an einem abweichenden Termin ziehen Kinder häufig noch von Haus zu Haus und erbitten beim Martinssingen mit ihrem Gesang Süßigkeiten, Gebäck, Obst und andere milde Gaben.

Dort, wo die Bevölkerung überwiegend protestantisch ist (z.B. Donau-Ries, Schwäbische Alb und Mittelfranken), bringt häufig der Pelzmärtel am Martinstag die Geschenke - er ersetzt damit den Nikolaus am 6. Dezember.

Das Brauchtum ist vielfältig und von Region zu Region unterschiedlich. In den meisten Städten gibt es jedoch Martinsumzüge, die von der Stadt, den Kindergärten oder Schulen organisiert werden. So auch in Ingolstadt und den umliegenden Landkreisen. Im Folgenden sind einige davon aufgelistet.

Martinstag-Veranstaltungen in der Region

- St. Martinsumzug in Pörnbach - am Freitag, 9. November, um 17 Uhr

- Martinszug durch Ingolstadts Innenstadt - am Sonntag, 11. November, 17 Uhr, Treffpunkt: Rathausplatz

- Adventsmarkt Reichertshofen - am Sonntag, 11. November, Sporthalle Reichertshofen (zu Gast sind viele Hobbykünstler und Kunsthandwerker)

- Martinidult Pfaffenhofen mit verkaufsoffenem Sonntag - am Sonntag, 11. November, Hauptplatz und Innenstadt Pfaffenhofen → ab 10 Uhr Dult (mit über 80 Händlern), ab 13 Uhr verkaufsoffen

- Leonhardi-Ritt in Laisacker (Ortsteil von Neuburg) - am Sonntag, 11. November


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