Veröffentlicht am Montag, 8. Oktober 2018

Brainstorming im Audi Sportpark

Bei einem Projekttreffen zur Urban Air Mobility wurde das weitere Vorgehen in Sachen Flugtaxis besprochen

Was anfangs als "Flugtaxi-Projekt" bekannt geworden war, entwickelte sich zügig zu einer weit facettenreicheren Angelegenheit. Die Teilnahme Ingolstadts an der EU-Initiative "Urban Air Mobility" (UAM), bei der es darum geht, die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten von Drohnen zu erforschen, hat mittlerweile das Interesse und die Neugier einiger Unternehmen und Start-ups geweckt, die nun auch an dem Projekt mitarbeiten und neue Mobilitätskonzepte für den Luftraum vorantreiben wollen.

Mit dem Kick-off-Workshop am 25. Juli trat das UAM-Projekt in die zweite Phase ein, in der es nun darum geht, konkrete Anwendungsbeispiele zu finden und die nötigen Strukturen sowie rechtlichen und technischen Voraussetzungen für ihre Umsetzung zu schaffen. Verschiedene Arbeitsgruppen wie etwa "Infrastruktur und Technik" und "Strategie und Wirtschaft" haben ihre Arbeit aufgenommen.


<p>V.l. Vassilis Agouridas, Leiter der UAM-Initiative, Maria Algar Ruiz von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit, Stadtdirektor Hans Meier, OB Christian Lösel, THI-Präsident Walter Schober, THI-Professor Harry Wagner und Landrat Roland Weigert</p>

V.l. Vassilis Agouridas, Leiter der UAM-Initiative, Maria Algar Ruiz von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit, Stadtdirektor Hans Meier, OB Christian Lösel, THI-Präsident Walter Schober, THI-Professor Harry Wagner und Landrat Roland Weigert

(Quelle: Rohner)

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Am Montag kamen die Projektpartner im Audi Sportpark erneut zusammen, um sich dort über die zwischenzeitlichen Ergebnisse zu informieren und das weitere Vorgehen zu diskutieren. Bei einem Pressegespräch wurden im Anschluss die Ergebnisse des Treffens präsentiert.

Selbstverständlich stand das brigkAir auf der Tagesordnung. Wie bereits berichtet, soll das Digitale Gründerzentrum "brigk" in Manching eine hochspezialisierte Außenstelle bekommen, in der man sich ganz dem Thema Luftmobilität widmen wird. Brigk-Geschäftsführer Franz Glatz habe hierfür eine hervorragende Leistung erbracht, so Lösel.

Das brigkAir zum Vorbild nehmend nutzte man das Treffen, um weitere mögliche Projekte anzudiskutieren. Die konkretesten Details konnten die Beteiligten zu einer Projektidee verraten, die man zusammen mit der Deutschen Bahn plant. Nein, die Deutsche Bahn will nicht in die Luftfahrtbranche mit einsteigen, wie man vielleicht zuerst denken könnte. Das Unternehmen möchte in Zukunft Drohnen dazu nutzen, ihr Schienennetz, das eine beachtliche Länge von über 33 000 Kilometern hat, aus der Luft zu überwachen und auf Effizienz zu überprüfen. Die neue Perspektive, die sich durch Einsatz von Drohnen, ergibt, könnte man laut Lösel auch auf andere Anwendungsgebiete nutzen, beispielsweise für die Überwachung und Analyse von Wäldern, Naturschutzgebieten und Straßen.

"Wir wissen, wie man mit Neuland umgeht", versicherte Dieter Kräher, Direktor der Wehrtechnischen Dienststelle (WTD) 61, die sich normalerweise darum kümmert, neues Wehrmaterial für die Bundeswehr auf Herz und Nieren zu prüfen und nun beim Flugtaxi-Projekt mit anpackt. "Ich freue mich, dass wir unsere Expertise mit einbringen können", sagte Kräher.

Dass die Sicherheit bei alldem Technischen Fortschritt nicht zu kurz kommen wird, versicherte Maria Algar Ruiz von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA). Sicherheit, sagte sie auf Englisch, sei für ihre Behörde von größter Wichtigkeit, sowohl die Sicherheit der Flugobjekte und Passagiere als auch die der "Überflogenen". Die EASA kümmert sich darum, den Luftraum auf den Drohneneinsatz vorzubereiten. Bisher ist das alles noch nicht so leicht. Unter einer Höhe von 130 Metern dürfen keine Flugobjekte ohne Aufsicht fliegen bzw. ohne dass man Sichtkontakt zu ihnen hat. All das muss noch geklärt werden. Aber auch sie versicherte, dass man daran arbeite, dass Ideen wie die der Deutschen Bahn, umgesetzt werden können.

"Damit die Technik nicht die Überhand nimmt", werde man auch die Bürgerbeteiligung nicht vernachlässigen, erklärte KU-Professor Jens Hogreve. Um die Akzeptanz der Bürger zu gewinnen, werde man ihnen die Vorteile der Drohnen für den Alltag verdeutlichen, geplant seien etwa Podiumsdiskussionen zu dem Thema und Demonstrationen der neuen Technologie in der Innenstadt, konkrete Termine gibt es aber noch keine.

Die Arbeitsgruppen werden nun ihre Arbeit mit den neuen Ideen vorantreiben. Bis Anfang März wollen die Projektpartner eine weitere Absichtserklärung, ein "Memorandum of Understanding", unterzeichnen.


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