Veröffentlicht am Mittwoch, 12. September 2018

Bezahlbar, effizient, modern

GWG stellt bei einer Rundfahrt durch die Stadt fertiggestellte und geplante Bauprojekte vor

Mangelnder Wohnraum und überteuerte Mieten sind kein Thema, mit dem sich Ingolstadt alleine herumschlagen muss. Deutschlandweit haben die Kommunen damit zu kämpfen. Ein effektives Mittel zur Entlastung der Lage ist "bauen, bauen, bauen", was gleichzeitig eine der zentralen Maximen ist, die sich Oberbürgermeister Christian Lösel auf die Fahne geschrieben hat. Und die Bau-Fahne weht munter im Wind. Erst am Montag hatte GWG-Geschäftsführer Peter Karmann bei einem Pressegespräch verkündet, dass die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft zwischen 2022 und 2026 etwa 1 600 neue Wohnungen errichten möchte, um den akuten Wohnungsbedarf, vor allem für Geringverdiener, decken zu können. Am Mittwoch hatten mehrere Aufsichtsratsmitglieder, der Mieterbeirat und Mitarbeiter der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GWG) bei einer Stadtrundfahrt die Gelegenheit, die aktuellen Bauprojekte der GWG in Augenschein zu nehmen. Ziel waren sechs Stationen, bei drei davon konnte man aussteigen und sich auf Besichtigungs-Tour begeben.


<p>Bei der Baustellen-Besichtigungstour waren auch mit dabei: GWG-Geschäftsführer Peter Karmann (links), OB Christian Lösel (Mitte) und Bürgermeister Albert Wittmann (rechts)</p>

Bei der Baustellen-Besichtigungstour waren auch mit dabei: GWG-Geschäftsführer Peter Karmann (links), OB Christian Lösel (Mitte) und Bürgermeister Albert Wittmann (rechts)

(Quelle: Christoph Götz)

Bilder zum Thema (6 Einträge)

 

Stargarder Straße

An der Stargarder Straße kam der Reisebus zum ersten Mal zum Stehen. Dort, in unmittelbarer Nähe zur Saturn-Arena, entsteht bald das aktuell teuerste Projekt der GWG. Die geschätzten Baukosten liegen bei knapp 37 Mio. Euro. 161 Wohnungen werden hier auf einer Fläche von 10 000 Quadratmetern entstehen. Eines der Gebäude wird künftig 16 Stockwerke in die Höhe ragen. Damit wird es deutlich höher sein als die bisherigen Gebäude der GWG, die die 8-Stockwerk-Grenze nicht überschritten. Der Freistaat stellt für dieses Projekt im Rahmen des experimentellen Wohnbauprogramms "effizient bauen, leistbar wohnen" Fördermittel in Höhe von ca. 25 Mio. Euro zur Verfügung. An der Baustelle selbst ist noch nichts zu sehen, der Baubeginn soll erst Ende des Jahres erfolgen. Man konnte sich aber trotzdem schon mal ein Bild von der Wohnanlage machen, die dort entstehen soll. Ein auf einem Tisch bereitgestelltes Modell zeigte, wie sich die Planer das fertige Produkt vorstellen.

Gustav-Mahler-Straße

Nächster Halt war in der Gustav-Mahler-Straße, in der gerade ein Parkhaus errichtet wird. Früher standen dort Garagen. Aus Effizienz-Gründen hat man sich für den Neubau entschieden. Wenn das Parkhaus vollendet ist, soll ein Stück die Straße Richtung Süden hinunter der Bau von 78 geförderten Mietwohnungen beginnen. Aktuell wird die Fläche noch als Parkplatz genutzt. Es wird mit knapp 17 Mio. Euro geschätzten Baukosten das zweitteuerste Neubauprojekt der GWG. Der Zeitplan sieht vor, dass 2020 das Parkhaus steht und anschließend mit dem Bau der Wohnhäuser begonnen werden kann. GWG-Chef Karmann versicherte, dass man bei diesem wie bei den anderen Bauprojekten voll im Zeitplan liege.

Unterirdische Abfalleimer

Nur wenige Meter von dem im Bau befindlichen Parkhaus in der Gustav-Mahler-Straße entfernt konnten die Teilnehmer der Stadtrundfahrt ein innovatives Abfallsystem in Augenschein nehmen. 217 Mietparteien müssen sich dort künftig nicht mehr mit herkömmlichen Abfalltonnen herumschlagen. Die Müllcontainer für Restmüll, Altpapier und Gelber Sack liegen dort unter der Erde, lediglich die Einwurfschächte sind oberirdisch sichtbar. Bei dem System, das in vielen anderen Städten bereits etabliert ist, handelt es sich um ein Pilotprojekt, das die GWG zusammen mit den Ingolstädter Kommunalbetrieben ins Leben gerufen hat. Im Rahmen der GWG-Rundfahrt wurde das sogenannte Unterflurabfallystem eingeweiht und deren Funktionsweise präsentiert. Jeder Mieter erhält einen Schlüssel, mit dem sich die Abfallbehälter öffnen lassen. Die Leerung erfolgt über einen Kran. Die Vorteile eines solchen Systems: geringerer Platzbedarf als bei normalen Tonnen, keine Belästigung durch Ungeziefer und Geruch, Barrierefreiheit durch ebenerdigen Einbau und niedrige Einwurfhöhe und ein großes Sammelvolumen von 2 - 5 Kubikmetern. Zudem kann die Entleerung durch eine Person erfolgen und ist damit sowohl personalschonend als auch kostensparend. GWG und IN-KB planen bereits, das System an weiteren Standorten ebenfalls zu realisieren.

Fontanestraße

Letzter Stopp war in der Fontanestraße. Auch dort nutzt man frei gewordenen Platz so effizient wie möglich. Früher nahmen hier oberirdische Garagen wertvolle Flächen in Beschlag. Die Garagen wurden abgerissen und durch eine Tiefgarage ersetzt. Auf der freien Fläche entsteht nun ein neues Wohnhaus, das zukünftig 35 Sozialwohnungen beherbergen soll. Für diese Wohnungen sowie auch für die anderen Neubauprojekte der GWG ist ein Wohnberechtigungsschein erforderlich.

In Sachen Finanzierung zeigten sich die Hauptakteure sorglos. Karmann versicherte: "Die GWG hat ausreichend Geld." Und Lösel ergänzte: "Die Zwischenfinanzierung wird durch den Cash-Pool der Stadt aufgefangen." Bis 2021 läuft gerade noch das erste Sonderbauprogramm der GWG. Für 420 Millionen Euro entstehen 1 700 Wohneinheiten. Ab 2020 erwartet die Stadtspitze eine erste große Entlastung des Wohnungsmarkts in Ingolstadt. Für die darauf folgenden Jahre zwischen 2022 und 2026 ist dann das zweite Sonderbauprogramm der GWG angesetzt. Auch dafür wird wieder tief in die Tasche gegriffen. 400 Millionen sind dafür vorgesehen, 1 600 Wohnungen sollen in diesem Zeitraum gebaut werden.


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