Veröffentlicht am Montag, 6. August 2018

Klassenunterschied?

Kreisliga I: Der Abstand zwischen den Topplatzierungen und den Abstiegsrängen könnte in dieser Saison ungewöhnlich groß werden

Die Kreisliga I gilt bereits seit Jahren als die ausgeglichenste Klasse im Kreis Donau/Isar. Welche Mannschaften tendenziell gegen den Abstieg und welche Teams um den Aufstieg kämpfen werden, ist daher zuletzt vor dem Saisonstart oftmals nicht wirklich prognostizierbar gewesen. In diesem Jahr scheint es eine Woche vor der ersten Partie hingegen mindestens zwei klare Favoriten zu geben, aber auch Vereine, die qualitativ etwas abzufallen drohen.


<p>Schussgewaltig: Das Abschneiden vom FC Hitzhofen-Oberzell in dieser Saison wird maßgeblich von den Abschlüssen seines Stürmers Emin Ismaili (gelbes Trikot) abhängen.</p>

Schussgewaltig: Das Abschneiden vom FC Hitzhofen-Oberzell in dieser Saison wird maßgeblich von den Abschlüssen seines Stürmers Emin Ismaili (gelbes Trikot) abhängen.

(Quelle: Archivfoto: Jürgen Schuhmann)

TSV Oberhaunstadt: Mission Wiederaufstieg

Der Abstieg des TSV Oberhaunstadt, Kreisliga-Meister der Spielzeit 2016/2017, aus der Bezirksliga soll nur ein Unfall gewesen sein, den Cheftrainer Daniel Fries (39) und Co. mit dem sofortigen Wiederaufstieg vergessen machen wollen. Dabei setzen die Haunstädter, die ihr Team zusammenhalten konnten, einmal mehr auf die eigenen Spieler und verzichten auf externe Neuzugänge. Die Klasse für die Bezirksliga hatte die Truppe eigentlich schon im vergangenen Jahr, etliche Ausfälle verhinderten letztlich jedoch äußerst knapp den Klassenerhalt. Ein anderes Ergebnis als der Meistertitel oder mindestens Platz zwei würde den eigenen hohen Ansprüchen nicht gerecht werden.

Beste Voraussetzungen beim TSV Gaimersheim

Dieses Ziel verfolgt auch der TSV Gaimersheim, der seit Jahren wegen exzellenter Voraussetzungen und auch aufgrund eines starken Kaders zu den Aufstiegsfavoriten gezählt wird, bislang aber nie über Rang zwei (13/14 und 17/18) hinauskam. Coach Dejan Micic, der im Winter übernommen hatte, hat nun Spieler mit richtig viel Qualität verpflichtet: René Titan kommt von Nachbar ST Kraiberg und hat für den SV Manching schon in der Landesliga gespielt, auch Eduard Hardok (SV Manching) und Marcel Fuhrmann kickten für die Manchinger schon höherklassig, Michael Angermüller (beide TSV Etting) tat dies für den FC Gerolfing. Mit Yannik Bienhaus hat Micic zudem einen weiteren ehemaligen Weggefährten aus Ettinger Zeiten nach Gaimersheim gelotst, er war zuletzt für den TSV Lichtenau aktiv. Die Gaimersheimer Verantwortlichen haben in der Vergangenheit keinen Hehl daraus gemacht, dass der Verein mittelfristig auf Bezirksebene spielen möchte. Die namhaften wie spielstarken Neuverpflichtungen sind ein klares Zeichen dafür, dass diese Zeit nun kommen sollte.

Mit Ambitionen: DJK Ingolstadt und FC Hitzhofen-Oberzell

Neben den beiden Topfavoriten tummeln sich eine Reihe anderer Mannschaften, die zumindest insgeheim Ambitionen hegen: Der Vorjahres-Vierte DJK Ingolstadt hat mit Patrick Palfy von Aufsteiger SV Karlshuld einen Stürmer verpflichtet, der insbesondere in der Saison 16/17 seine Torgefährlichkeit unter Beweis gestellt hat, als er 24 Mal ins Schwarze traf. Palfy könnte nun der entscheidende Faktor im Spiel der DJK werden, die hinten sicher steht, vorne aber oftmals zu harmlos agiert. Der ehemalige Bezirksligist FC Hitzhofen-Oberzell muss zwar auf seinen letztjährigen spielenden Co-Trainer Philipp Hallmen verzichten (pausiert), Trainer Michael Olah stehen dafür aber Onur Keskin, der zuvor Spielertrainer bei Konkurrent Türkisch SV war, und Norbert Redl (VfR Neuburg) zur Verfügung. Viel wird bei den Hitzhofenern davon abhängen, wie treffsicher sich Emin Ismaili, der Mann mit der eigentlich eingebauten Torgarantie, zeigt. Der ehemalige Profi ist im Mai 36 Jahre alt geworden und lebt von seiner Handlungsschnelligkeit. Noch ist ihm sein Alter nicht anzumerken. Sollte das so bleiben, könnte Hitzhofen eine gewichtiges Wörtchen oben mitreden.

Vier weitere Teams mit guten Chancen

Dies ist auch dem Türkischen SV Ingolstadt zuzutrauen, der trotz prominenter Abgänge im Winter eine passable Rückrunde gespielt hat, und mit Neuzugängen wie den Rückkehrern David Ibraimovic (SV Karlshuld) und Semih Soysal (DJK Ingolstadt) einen erneuten Angriff auf die Spitze starten könnte. Neuer Türkisch-Trainer ist Servet Mengilli, der schon Karlskron und Oberhaunstadt trainiert hat. Der tief gefallene FC Gerolfing stapelt in diesen Wochen auch tief, hat sich mit Jure und Mario Pavic von Liga-Konkurrent NK Crotia Großmehring aber gut verstärkt; von den Gerolfingern wird alleine schon wegen ihrer Erfolge in früheren Tagen und dem damit verbundenen großen Namen viel erwartet. Dass das alleine aber nicht reicht, hat die vergangene Spielzeit gezeigt, die der FCG - weit entfernt von den Aufstiegsrängen und den eigenen Ansprüchen - nur auf Platz sieben abgeschlossen hat.

Einen Rang besser platziert ist der FC Sandersdorf gewesen, der in der Saison 2016/17) in der Bezirksliga angetreten war und nun mit einer - im Vergleich zum Vorjahr - fast unveränderten Mannschaft für eine positive Überraschung sorgen könnte. Gut möglich, dass ein oder zwei dieser Teams zu den beiden nominellen Favoriten im Aufstiegsrennen hinzustoßen werden, bei den anderen Vereinen der Liga ist dies eher unwahrscheinlich. Auch dem letztjährigen Aufsteiger SV Manching II, der sensationell Dritter geworden ist, ist eine Wiederholung der Erfolgsgeschichte wohl nicht zuzutrauen, nachdem die besten Spieler (Top-Torschütze Christopher Haas, Josef Huber, Fabian Schlienz, Ousseynou Tamba und Stefan Frank) zur ersten Mannschaft hochgezogen worden sind.

Großmehring, Baar-Ebenhausen und Hepberg im Abstiegskampf?

Im Abstiegskampf scheint Aufsteiger NK Croatia Großmehring schlechte Karten zu haben. Die eigentlich so offensivstarken Großmehringer haben mit Drazen Lovric (fünf Tore, TV 1861 Ingolstadt), Adriano Kalic (sechs, Umzug), Jure (acht) und Mario Pavic (15, beide FC Gerolfing) ihre vier besten Torjäger verloren. Es scheint also nur ein kurzes Gastspiel der Kroaten, die schon fast traditionell aufgrund vieler Urlauber schlecht in die Saison starten, in der Kreisliga zu werden. Zumindest nicht unwahrscheinlich, dass auch der zweite direkte Absteiger aus Großmehring kommt, denn auch der TSV muss schmerzhafte Abgänge ersetzen und ist gerade erst wieder in die Kreisliga zurückgekehrt. Mit Markus Mayr, Christian Oppenheimer (beide Karriereende), Julian und Dominik Sonner (beide TSV Pförring) kann Übungsleiter Stefan Hoffmann gleich auf vier Stammspieler aus der Aufstiegsmannschaft nicht mehr zurückgreifen. Eine unangenehme Spielzeit könnte es auch für den TSV Baar-Ebenhausen und den FC Hepberg werden. Während sich die Hepberger dank einer überragenden zweiten Saisonhälfte (Platz zwei in der Rückrunden-Tabelle) doch noch als Tabellenelfter den Klassenerhalt gesichert haben, hat Baar-Ebenhausen in der kompletten Rückrunde nur noch sechs Pünktchen geholt und ist am Ende Zehnter geworden. Beide Vereine haben nun mit etlichen Abgängen zu kämpfen und müssen wohl bis zum Ende um den Ligaverbleib zittern. Aber wie in jedem Jahr dürfte die Kreisliga auch dieses Mal wieder für zahlreiche positive und negative Überraschungen gut sein.


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