Veröffentlicht am Mittwoch, 11. Juli 2018

Reichenberger: Eine riesige Anerkennung!

Kreisliga-Aufsteiger SV Kasing wurde von den Blickpunkt-Lesern zur Mannschaft der Saison gewählt, Erfolgstrainer Reichenberger im Interview

Herr Reichenberger, Glückwunsch, auf Facebook hat sich Ihr Team bei der Blickpunkt-Abstimmung zur "Mannschaft der Saison" durchgesetzt. Was bedeutet es für Sie, dass Ihre Arbeit so gewürdigt wird?

Fabian Reichenberger (29): Sehr viel sogar. Ich schätze den Stellenwert dieser Umfrage aufgrund Ihrer Reichweite sehr hoch ein, denn an der Umfrage haben ja doch viele Leute teilgenommen. Von daher ist das schon eine riesige Anerkennung und eine schöne Auszeichnung. Es ist ein schönes Gefühl, dass wir im Landkreis so hoch angesehen sind. Wir haben uns dabei ja auch gegen starke Konkurrenten durchgesetzt, zum Beispiel gegen den VfB Eichstätt, eine Regionalliga-Mannschaft, die auch eine sehr gute Saison gespielt hat.


<p><b>Den größten Erfolg und womöglich auch die größte Party der Vereinsgeschichte feierte der SV Kasing nach dem Aufstieg in die Kreisliga. </b> </p>

Den größten Erfolg und womöglich auch die größte Party der Vereinsgeschichte feierte der SV Kasing nach dem Aufstieg in die Kreisliga.

(Quelle: SV Kasing)

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Wir haben eine weitere gute Nachricht für Ihre Mannschaft: Der Titel sichert Ihnen nicht nur gute Publicity, sondern auch 30 Liter Bier. Die sponsort nämlich unser Partner Nordbräu, der Ihnen auf diese Weise ebenfalls gratulieren möchte.

Sehr, sehr cool! Da wird sich die Mannschaft sicherlich sehr darüber freuen. Vielen Dank an Nordbräu!

Neben dem sportlichen Abschneiden in der vergangenen Saison hat bei dieser Abstimmung sicherlich auch der Beliebtheitsgrad des Vereins und der Rückhalt der eigenen Fans eine Rolle gespielt, oder?

Auf jeden Fall, ja. Die Unterstützung, die wir schon die ganze Saison und insbesondere in den Relegationsspielen erfahren haben, ist einmalig. Das zeichnet diesen Verein aus. Ich wurde bereits mehrfach auf diese tolle Unterstützung angesprochen. Daran sieht man, dass das auch unter den neutralen Fußballbegeisterten gut ankommt. Das freut mich natürlich unheimlich und ist einfach eine geile Sache. Schön, dass nicht nur unsere Mannschaft, sondern auch unsere Fans und der gesamte Verein mindestens Kreisliga-Niveau haben.

Was macht den SV Kasing so besonders?

Hier steckt wahnsinnig viel Leidenschaft und Herzblut drin. Im Verein sind Leute tätig, die leben für den SV Kasing und würden für den Verein sterben. Das hört sich total überzogen an, aber es stimmt wirklich. Jeder Einzelne trägt hier seinen Teil zum großen Erfolg bei - sei es der Platzwart, der Wirt, der Betreuer, die Stadionsprecherin oder sonst wer. Jeder macht die Aufgabe, für die er zuständig ist, einzigartig und phänomenal. Diese Stärke und Gemeinschaft zeichnet den SV Kasing aus. Wir sind eine große Familie. Das gibt es sonst nirgendwo.

Natürlich haben Sie sich diese Auszeichnung aber besonders deshalb verdient, weil es nun - man mag nach den beiden knapp verpassten Aufstiegen zuvor schon von "endlich" sprechen - mit dem Aufstieg in die Kreisliga geklappt hat. Was hat Ihre Mannschaft in dieser Saison so stark gemacht?

Wir waren auf jeder Position top besetzt, noch dazu war unser Kader breit aufgestellt. Dann hatten wir auch noch Glück mit den Verletzungen. Mit Christoph Noll in der Hinrunde und Fabian Wölkhammer in der Rückrunde hatten wir nur zwei wirkliche Verletzte. Wir waren so gut besetzt, dass wir immer nachlegen konnten. Wenn jemand von der Bank kam, hat er diese Sache jedes Mal hervorragend gemacht und gezeigt, dass er seinen Platz in der Mannschaft verdient hat. So etwas ist enorm wichtig. Ich hoffe, dass wir diesen Luxus auch in der neuen Saison genießen können. Dazu kommt natürlich, dass es eine tolle Truppe ist. Alle Jungs waren immer lernfähig und wollten sich weiter verbessern. Das ist die Grundvoraussetzung für den Erfolg. Als Trainer kann ich viel erzählen; wenn die Spieler nicht bereit sind, etwas aufzunehmen und an einem Strang zu ziehen, habe ich keine Chance. Zum Glück ist hier das genaue Gegenteil der Fall gewesen.

Was haben Sie besser gemacht als Ihre Vorgänger, die am Ziel "Aufstieg" gescheitert sind?

Ohne die Arbeit meiner Vorgänger hätten wir das gar nicht geschafft. Ich konnte auf einem guten Niveau starten und habe an deren Arbeit angeknüpft. Daran haben die Leute, die hier zuvor tätig waren, sicherlich großen Anteil.

Ihre Mannschaft scheint eine unglaubliche Mentalität zu haben. Nach einer sehr guten Saison waren Sie nur Zweiter hinter einem überragenden TSV Großmehring geworden, das erste Relegationsspiel verloren Sie dann auch noch. Und trotzdem haben Sie es am Ende gepackt - das Glück des Tüchtigen?

Das würde ich unterschreiben, ja. Ich weiß noch, wie sehr mich die Niederlage im ersten Relegationsspiel gewurmt hat. Wir waren mindestens gleichwertig, gefühlt sogar besser - und haben dann - trotz Führung in der Verlängerung - noch verloren. Das ist richtig blöd gelaufen. Ich habe dann zu unserem Abteilungsleiter Stefan Geisberger gesagt, dass ich jetzt wüsste, wie sich Bayern nach dem diesjährigen Ausscheiden im Halbfinale gefühlt hat: die bessere Mannschaft gewesen und doch ausgeschieden. Wir haben aber zum Glück eine zweite Chance bekommen. Dass wir die dann auch nutzen konnten, spricht für unseren unbändigen Willen. Den Sieg und damit auch den Aufstieg haben wir uns dann auch verdient.

Welche Spieler haben besonders großen Anteil am größten Erfolg der Vereinsgeschichte?

Alle! Alle haben hieran einen sehr großen Anteil. Unsere Offensive war gut, unsere Defensive aber auch. Statistisch gesehen könnte man Martin Oblinger, der die meisten Tore geschossen hat, herausheben, aber auch der hat von seinen Mitspielern den Ball aufgelegt bekommen. Und auch der beste Stürmer hätte nichts genützt, wenn wir eine schlechte Abwehr gehabt hätten. Ich kann deshalb niemanden explizit nennen. Natürlich gibt es einige unverzichtbare Leistungsträger. Diese Jungs wissen, wen ich meine. Aber grundsätzlich steht bei uns das Kollektiv im Vordergrund. Deshalb hebe ich jetzt hier nicht zwei oder drei Spieler hervor. Das wäre den anderen gegenüber unfair.

Wie geht es nun weiter, konnten Sie alle Aufstiegshelden zum Bleiben überreden?

Flamur Bajraktari wechselt als Spielertrainer nach Zandt. Da legen wir ihm natürlich keine Steine in den Weg. Wenn er dann doch wieder zurückkommen möchte, würden wir uns freuen. Ansonsten wird der Kader der der abgelaufenen Saison sein.

Gibt es Neuzugänge?

Wir haben mit Flo Besik, der aber ohnehin alle Jungs kennt, von Lenting und mit Raphi Reichenberger, meinem Bruder, vom SV Zuchering zwei externe Neuzugänge. Ansonsten stoßen noch mit Lukas Koller, Markus Weyer, Niklas Geitner und Jakob Bauer vier Jugendspieler zu uns, die auch schon erste Erfahrungen bei uns im Herrenbereich sammeln konnten, als sie bei uns ausgeholfen haben. Ich verspreche mir von den Jungs durchaus einiges, das sind gute Kasinger Jungs.

Nun zur Zielsetzung in der kommenden Spielzeit: Mit Hitzhofen und Baar-Ebenhausen gab es in den letzten Jahren gleich zwei Mannschaften, die den direkten Durchmarsch gepackt haben. Ist das auch mit Ihrer Mannschaft möglich?

Ich kenne die Kreisliga genau und weiß daher, dass es eine sehr gute Kreisliga ist. Die Mannschaften, die dabei sind, sind sehr stark. Ich hätte natürlich überhaupt nichts dagegen, wenn wir wieder oben mitspielen, aber wirklich realistisch ist das natürlich nicht. Wir haben gerade erst den größten Erfolg der Vereinsgeschichte gefeiert. Das ist überragend. Damit spielt Kasing ausgerechnet im 60. Jahr seiner Geschichte, also im Jubiläumsjahr, in der Kreisliga und damit sogar eine Liga höher als der Erzrivale aus Kösching (lacht). Vielleicht können wir diese Euphorie ja mitnehmen und schon mal einen guten Start hinlegen. Aber das Wichtigste ist zunächst einmal, möglichst wenig mit dem Abstieg zu tun zu haben.


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