Veröffentlicht am Mittwoch, 11. Juli 2018

Mosch: Kein weiter so bei Audi

Auf der zweiten Betriebsversammlung des Jahres sprach sich der Audi-Gesamtbetriebsratsvorsitzende für einen Neustart aus

Handlungsbedarf: Auf der zweiten Betriebsversammlung des Jahres hat sich der Audi-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Peter Mosch für einen Neustart ausgesprochen. Audi müsse sich an der Unternehmensspitze personell nachhaltig aufstellen. Darüber hinaus sei es jetzt wichtig, die Stärke der Marke als Technologieschmiede des Volkswagen-Konzerns weiter zu beleben und dementsprechend strategisch auszurichten.


<p>Gesamtbetriebsratsvorsitzender Peter Mosch</p>

Gesamtbetriebsratsvorsitzender Peter Mosch

(Quelle: Audi AG)

Nach den Ereignissen der letzten Wochen, die in der Verhaftung des Vorstandsvorsitzenden der AUDI AG, Rupert Stadler, gipfelten, sehen die Audi-Arbeitnehmervertreter Handlungsbedarf, um das Unternehmen auf Erfolgskurs zu halten.

"Ein ‚Weiter so' akzeptieren wir nicht. Deshalb fordern wir einen Neustart, der jetzt gezündet werden muss", erklärte Peter Mosch vor rund 10.000 Beschäftigten in Ingolstadt. Als die wichtigsten Stufen des Neustarts nannte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats einen personellen sowie nachhaltigen Wechsel an der Spitze des Unternehmens, den konsequenten Abschluss der Dieselaufklärung sowie eine strategische Fokussierung des Unternehmens auf die Audi-Kernelemente.

"Audi muss weiter die Technologieschmiede des Volkswagen-Konzerns sein und bleiben. Nur so sichern wir weiter Wirtschaftlichkeit und Beschäftigung. Daran muss sich die Unternehmensleitung orientieren", so Mosch. Die Belegschaft erwarte daher nun vom Vorstand eine zielsichere und arbeitnehmerfreundliche Transformationsstrategie, die das Unternehmen weiter beschleunige und Beschäftigung langfristig sichere. Nach Ansicht des Betriebsrats sei das für einen erfolgreichen Neustart unerlässlich.

Trotz der herausfordernden Zeiten sehen die Arbeitnehmervertreter das Unternehmen für diesen Neustart gut gerüstet.

"Unsere Beschäftigungsgarantie bis Ende 2025 steht, unser Zusammenhalt ist ungebrochen und unsere Produkte sind stärker denn je. Darauf aufbauend muss das Unternehmen nun in eine neue Zukunft starten. Bram Schot muss als kommissarischer Vorstandsvorsitzender den Weg in diese ebnen", so Mosch.

Die sichere Zukunft des Audi-Standorts Ingolstadt stand im anschließenden Bericht des Betriebsrates im Fokus. Ingrid Seehars betonte dabei neben einer stabilen Auslastung des Ingolstädter Werks die Notwendigkeit, den Standort mit über 44.000 Beschäftigten weiter für die Zukunft zu rüsten. "Die Einrüstung unserer Werke für die E-Mobilität konnten wir durchsetzen. Jetzt muss die Unternehmensleitung die nächsten Schritte gehen und unter anderem auch eine eigene Audi-Batteriefertigung in Ingolstadt realisieren", so die Betriebsrätin.

Diese sei mit ein Baustein für die kommende Zeit, die im Zeichen alternativer Antriebe stehe. Die Entscheidung dazu müsse aber bereits jetzt fallen. "Auch das wird ein Signal für einen gelungenen Neustart sein", sagte Seehars.

Ein positives Zeichen auf den Weg in die Zukunft des Standorts Ingolstadt sei bereits diese Woche gesetzt worden. Trotz der Herausforderung WLTP sei es gemeinsam mit dem Unternehmen gelungen, eine Produktionsfahrweise im Sinne der Belegschaft zu vereinbaren.

"Unser Schichtsystem bleibt erhalten, die Belegschaft muss keine finanziellen Einbußen hinnehmen und das Unternehmen gleicht den betroffenen Audianern die entfallene Arbeitszeit anteilig aus. Das ist ein großer Erfolg", erklärte Ingrid Seehars abschließend.

Hintergrundinformation: Insgesamt vier Mal im Jahr finden bei Audi Betriebsversammlungen statt und sind fester Bestandteil der jährlichen Terminplanung. Die Versammlungen dienen der umfassenden Information der Beschäftigten über die Tätigkeit des Betriebsrats und geben der Belegschaft Aufschluss über die Situation des Unternehmens.


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