Veröffentlicht am Dienstag, 13. Februar 2018

Ingolstadt leuchtet

Am Sonntag wird Gert Schmidbauers Ausstellung "Träume in der Blauen Stunde" im Stadtmuseum eröffnet. Das Geniale daran: Die Ingolstadt-Fotos sind auf Acrylglas aufgezogen und werden mit LEDs von hinten beleuchtet.

Er schätzt eine gute Tasse Kaffee und den Plausch dazu. Aber noch mehr liebt er seine Heimatstadt, seine Kamera und ungewöhnliche Perspektiven: Gert Schmidbauer. Im November 2015 machte der Ringseer durch den Bildband "Ingolstadt - Träume in der Blauen Stunde" (Texte Dr. Gerd Treffer) von sich reden. Wer sich damals gedacht hat, dass die fast poetischen Werke Schmidbauers als Großformate noch besser aussehen würden, darf sich jetzt freuen. Denn am Sonntag, 18. Februar, um 11 Uhr eröffnet Kulturreferent Gabriel Engert im Stadtmuseum die Ausstellung zum Fotobuch. "Ingolstadt - Träume in der Blauen Stunde" zeigt eine Auswahl der besten Schmidbauer-Bilder: 30 wunderbar illuminierte Ingolstadt-Ansichten, vom Kreuztor bis zum Neuen Schloss, vom Münster bis zur Sebastianskirche, von der Winklermühle bis zur Staustufe. Alle Aufnahmen leben von einem ganz besonderen Licht, das es nur rund um den Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang gibt. Auf die Industrieaufnahmen aus dem Bildband wurde in der Ausstellung bewusst verzichtet.


<p><b>Gert Schmidbauer vor dem Ausstellungsplakat </b> </p>

Gert Schmidbauer vor dem Ausstellungsplakat 

(Quelle: Sabine Roelen)

Bilder zum Thema (2 Einträge)

 

Premiere in Ingolstadt

Wer die Ausstellung im Erdgeschoss des Stadtmuseums besucht, fühlt sich zunächst wie in einer großen Dunkelkammer. Die großformatigen Fotos hängen in vier verschiedenen Räumen, aber immer an schwarz gestrichenen Wänden. Licht gibt es in diesen Räumen nur wenig - und das sehr gedimmt. Dafür strahlen Schmidbauers Bilder auf Acrylglas, die von hinten mit LEDs angestrahlt werden, um so mehr. Für die Realisierung der leuchtenden Fotokunst zeichnet die Firma Lithoscript verantwortlich. "Das Verfahren gibt es schon länger. Man sieht es manchmal an Messeständen, dann aber immer nur mit ein oder zwei von hinten beleuchteten Fotos. Bei der Ausstellung im Stadtmuseum werden aber 30 Bilder auf diese Art und Weise präsentiert. Das hat es so in Ingolstadt sicher noch nicht - und vielleicht sogar in ganz Bayern noch nicht gegeben", sagt Gert Schmidbauer.

Fotografieren mit Familienanschluss

Ein besonderes Verfahren also für ganz besondere Fotos. "Jedes Bild hat seine Story", schmunzelt Schmidbauer. Da gibt es zum Beispiel das Foto vom Straßenzug Unterer Graben - und das sei nur unter Mithilfe des "Ecker Waggi" zustande gekommen. Ferdinand-Maria Ecker, der in der Beckerstraße ein Friseurgeschäft betreibt, habe ihn nämlich vom oberen Stockwerk seines Hauses aus fotografieren lassen. Nur ein Beispiel für die Hilfsbereitschaft der Schanzer, wenn es um optimale Standorte für den Fotografen Gert Schmidbauer geht. "Egal, wen ich gefragt habe, alle waren höflich und freundlich. Und oft habe ich durch das Fotografieren Familienanschlusss bekommen, das war sensationell. Mit vielen bin ich mittlerweile nicht nur per du, sondern auch befreundet", erzählt Schmidbauer.

Neue Akzente

Den Fotos sieht man diese sehr persönliche Note an. Dazu kommt das warme, weiche Licht der Blauen Stunde, das altbekannte Ingolstädter Juwelen in ganz neuem Glanz erscheinen lässt. Alles in allem bieten Gert Schmidbauers leuchtende Werke eine nahezu zärtlich-romantische Annäherung an Ingolstadt. Ein (blauer) Traum von einer Ausstellung! Bis zum 25. März im Stadtmuseum zu erleben.