Veröffentlicht am Montag, 12. Februar 2018

Die Maut kommt - am Ingolstädter Kreuztor

Förderverein Kreuztor sammelt Pflasterzoll für den guten Zweck

Eine jahrhundertealte Tradition hält der Förderverein Kreuztor Ingolstadt aufrecht. Von alters her wurde an den Stadttoren der sogenannte Pflasterzoll erhoben - eine Straßenbenutzungsabgabe. Damit wurde der Unterhalt der Straßen und Verkehrswege bezahlt. Bereits 2005 hat sich der Förderverein dieses alten Brauchs besonnen und sammelt, jeweils am Faschingsdienstag, auf freiwilliger Basis von den Verkehrsteilnehmern einen kleinen Obolus ein, die "Faschingsmaut", die für den weiteren Innenausbau des Ingolstädter Wahrzeichens verwendet wird.


(Quelle: Archiv)

Aufgrund seiner verkehrsgünstigen Lage an den damaligen Kaufmannsrouten von Nord nach Süd und von West nach Ost war Ingolstadt stets ein bedeutender Handelsplatz. Zölle und Abgaben wurden größtenteils bereits an den Stadttoren eingefordert. Wichtige Güter waren Salz, Wein, Eisen und Holz. Auch wenn diese nur durch die Stadt hindurch transportiert werden sollten, mussten sie wegen des Stapelrechts für einen gewissen Zeitraum hier gelagert und zum Verkauf angeboten werden. Neben den Zöllen wurde auch "Pflasterzoll" verlangt, man bezahlte damit den Unterhalt der benützten Straßen. Bei Lastfuhrwerken berechnete man den Zoll nach der Zahl der vorgespannten Pferde. An diese mittelalterliche Mautgebühr erinnert der Förderverein Kreuztor jedes Jahr am Faschingsdienstag auf humorvolle Weise.

(Quelle: Archiv)

Angetan in historischem Gewand bitten die Mitglieder des Vereins die in die Stadt einfahrenden Gespanne um eine freiwillige "Faschingsmaut" für den weiteren Innenausbau des Kreuztors. Jedes Jahr kommen auf diese Weise rund 500 Euro Spenden zusammen. Auch in diesem Jahr stehen die Torwachen wieder parat, am Dienstag, 13. Februar 2018, von 9.30 bis 11.30 Uhr.

Der Förderverein Kreuztor hat sich 2003 gegründet und das Tor von der Stadt Ingolstadt angemietet. Mit Spenden und Mitgliedsbeiträgen wird nach und nach der Ausbau des Torinneren finanziert, so wurden in den vergangenen Jahren beispielsweise Toilettenanlagen, Treppen, Elektroinstallationen und eine Heizung eingebaut. Der zweite Teil unseres großen Projektes, eine neue Außenbeleuchtung für die Fassade unseres Kreuztores ist fertig. Damit erstrahlt unser städtisches Wahrzeichen für Einheimische und Besucher in noch schönerem Licht - übrigens nicht mehr nur vom Blick auf die Hauptfassade von stadtauswärts, sondern auch auf der Innenseite von Richtung Münster aus. Die baulichen Besonderheiten des Kreuztores werden dabei sensibel, aber effektvoll hervorgehoben. Selbstverständlich nur mit dem Einsatz modernster, energiesparender LED-Technologie Das Ziel des Vereins ist, das Kreuztor zu nutzen und es so für die Ingolstädter zugänglich zu halten; bei Ausstellungen, Lesungen und Führungen kann das Bauwerk regelmäßig besichtigt werden.

Weitere Informationen zum Kreuztor und dem Förderverein sind im Internet unter www.kreuztor-ingolstadt.de zu finden.

Übrigens: Alle Stadttore wurden früher bei Einbruch der Dunkelheit geschlossen. Ein- und Auslass war dann nur in besonderen Fällen und meist gegen Entrichtung einer Sondergebühr möglich. Dieser Torschluss führte regelmäßig dazu, dass sich die umliegenden Wirtshäuser kurz zuvor schlagartig leerten, woher der Begriff "Torschlusspanik" rührt ...