Veröffentlicht am Donnerstag, 8. Februar 2018

Kunst-Kennzeichnung

Was, wenn hinter einem tollen Kunstwerk oder Theaterstück ein ganz und gar nicht so toller Schöpfer steckt?

Da hängt es nun, das Gemälde eines großen Künstlers. Tausende Besucher haben es betrachtet und hunderte sogar intensiv studiert. Nun aber kommt heraus, dass der Erschaffer im echten Leben ein Arschloch war. Soll man es deshalb abhängen? Und was ist mit dem Autor, der im wahren Leben Frauen missbraucht und gedemütigt hat? Was mit der Diva, die für ihren Erfolg die besten Freunde verraten hat? Die Grenzen zwischen Genie und Arschloch sind fließend. Wie wäre es mit einer Kennzeichnungspflicht für Kunst? Da würde stehen: "Der Schöpfer dieses Kunstwerks war im wahren Leben nachweislich ein Schuft. Das Museum distanziert sich von jeglicher Verherrlichung dieser Person." Man könnte auch bei Theaterstücken einen Beipackzettel hinzufügen: "Während der Entstehungsphase dieses Stückes hat der Autor drei Frauen hintergangen. Wir bitten Sie beim Applaudieren ausschließlich an die Darsteller und das Regie-Team zu denken." Wenn sich aber der aktuelle Regisseur auch als Miststück herausstellt, dann Gut Nacht, du hehre Kunst.


(Quelle: Archiv)