Veröffentlicht am Donnerstag, 30. November 2017

MitteilungsBedürfnisse

Mithören - und daraus ein Geschäftsmodell machen

"Ja, Hallo, Hasimausi... Ja, prima, Rigatoni mit Thunfisch sind ganz fein... ja, hab ich dran gedacht...hmmm... schön, und die Blasenschwäche?"

Was man da nicht so alles mithört, ohne es zu wollen. Im Bus, im Zug, an der Haltestelle, im Supermarkt. Dort, wo Menschen unterwegs sind, da telefonieren sie auch. Und sie geben dabei Details aus ihrem Leben (oder dem Leben desjenigen, der am anderen Ende der Leitung ist) preis, die nun wirklich keinen Menschen (außer die beiden natürlich) etwas angehen. Manchmal ist es dem Zuhörer (nicht dem, der am Handy spricht) auch sichtbar peinlich, gerade eine Konversation über Verdauungsprobleme, Sorgerechtsfragen oder das Fremdgehen mit dem Nachbarn mitbekommen zu haben.


(Quelle: Archiv)

Dabei könnte man daraus doch ein Geschäftsmodell machen: Mithören, Daten notieren (eventuell das Ganze auch mit einem Aufnahmegrät heimlich mitschneiden) und dann den Menschen damit erpressen, seine intimen Probleme öffentlich zu machen. Wer sich taktisch klug zum Beispiel in einem gut gefüllten Bus positioniert und den ganzen Tag damit rumfährt, kommt bestimmt auf 20 potentielle Erpressungsopfer. Oder man versucht zumindest, den geplagten Menschen gleich Lösungen für ihre Probleme anzubieten. Wobei: Diese Geldmaschine gibt's ja schon. Sie heißt zum Beispiel facebook und speichert all das, was digital munter und ohne nachzudenken ausgeplaudert wird. Es funktioniert also!

Ich werd mir gleich mal die Busfahrpläne der nächsten Wochen vorknöpfen...