Veröffentlicht am Samstag, 25. November 2017

Offener Aufstiegskampf

Noch neun Teams befinden sich im Rennen um den Aufstieg von der Kreis- in die Bezirksliga

Wie bereits in den vergangenen Jahren gleicht die Kreisliga I auch in dieser Spielzeit einer Wundertüte und bietet viele packende Partien, aber noch mehr Überraschungen. Nun ist damit vorerst Schluss, denn es ist Winterpause. Zeit für ein Zwischenfazit.

Hinter den 14 Klubs liegen 16 angesetzte Spieltage. Nur fünf Teams bestritten diese Anzahl an Partien aber tatsächlich, die restlichen kommen aufgrund witterungsbedingter Spielverlegungen auf ein, zwei oder sogar drei (Hepberg und Hitzhofen-Oberzell) Spiele weniger. Dabei geizten die Mannschaften mit Toren: In den 104 Partien netzten sie nur 339 Mal ein, durchschnittlich fielen also 3,26 Treffer pro Spiel. Im Vergleich zur Fußball-Bundesliga ist das zwar viel, hier wurden nach zwölf Spieltagen pro Partie 2,71 Tore erzielt - allerdings fallen in der 1. Liga (wie auch in den anderen beiden Profi-Ligen) schon lange Zeit nicht mehr so viele Tore wie im Amateur-Bereich. Auf den aktuellen Kreisliga-Schnitt bezogen waren es letztmals in der Saison 1975/1976 mehr. Aussagekräftiger sind da schon die Vergleiche mit den Vorjahreswerten: Seitdem die Kreisliga I (wieder) aus 14 Teams besteht, trafen ihre Kicker immer deutlich häufiger als in der laufenden Saison: 3,42 Tore pro Spiel (2014/15), 3,46 (2015/2016) und 3,56 (2016/2017). Die Kreisliga-Vereine schwächeln also merklich, was auch der Vergleich mit der zweiten Kreisliga im Kreis Donau/Isar zeigt, hier sahen die Zuschauer einer Partie durchschnittlich 3,59 Tore (aktuelle Spielzeit). Trotz der Offensivkrise - oder um es positiv zu formulieren: der Defensiv-Stärke - der Teams ist die Liga gewohnt spannend.


<p>Jubel auch am Saisonende? Für den FC Gerolfing und seinen besten Torjäger Stefan Huber (sechs Treffer) zählt nur der Wiederaufstieg. </p>

Jubel auch am Saisonende? Für den FC Gerolfing und seinen besten Torjäger Stefan Huber (sechs Treffer) zählt nur der Wiederaufstieg. 

(Quelle: Schuhmann Jürgen)

Aufstiegsrennen: Ausgang offen

Das trifft vor allem auf die vorderen Plätze zu, denn insgesamt dürfen sich noch neun (!) Vereine berechtigte Hoffnungen machen, am Ende ganz oben zu stehen. Angeführt wird die Tabelle von der Reserve des Regionalligisten VfB Eichstätt, die sich dank des 4:1-Siegs über Schlusslicht FC Hepberg im Nachholspiel als Herbstmeister in die Winterpause verabschieden konnte. Die junge Eichstätter Truppe legte einen starken Schlussspurt hin und gewann sechs der jüngsten sieben Partien. Dabei lebten die Domstädter von ihrer starken Offensive (36 Tore sind Liga-Bestwert) und ihrer Unberechenbarkeit, denn einen echten Top-Torjäger gibt es in Eichstätt nicht. Christoph Hollinger ist mit sieben Toren der erfolgreichste Schütze. Der Tabellenführer (30 Punkte) profitiert zudem immer wieder davon, dass Spieler aus der ersten Mannschaft in der Reserve Spielpraxis sammeln. Der Vorsprung des VfB auf der ärgsten Verfolger, den TSV Gaimersheim, ist nur hauchdünn. Die Gaimersheimer, die in der Rückrunde von Dejan Micic (ehemals TSV Etting, aktuell Spieler beim TSV Kösching) gecoacht werden, haben lediglich einen Zähler weniger auf dem Konto und belegten nur an vier Spieltagen nicht einen der ersten Plätze. Die Unentschieden-Könige der Liga teilten sich achtmal mit den Kontrahenten die Punkte und verloren nur ein einziges Mal. Diese Konstanz und die beste Defensive der Liga (nur 15 Gegentore) machen sie zu einem Topfavoriten auf den Aufstieg. Dazu zählte vor der Saison auch der FC Gerolfing. Zu Beginn enttäuschten die Gerolfinger zwar, zuletzt aber sorgten sie mit vier Siegen aus fünf Spielen und einem 7:0-Kantersieg über Wackerstein für Furore. Mit 27 Punkten liegen die Steinberger-Schützlinge nun auch in Schlagdistanz zum Tabellenführer. Damit es am Ende mit der Bezirksliga-Rückkehr auch wirklich klappt, suchen die Gerolfinger in der Winterpause noch nach einem treffsicheren Torjäger. Die Ränge hinter dem Drittplatzieren nehmen die beiden Überraschungsteams DJK Ingolstadt und TSV Baar-Ebenhausen ein, die eine starke Hinrunde spielten und zwischenzeitlich sogar die Tabellenführung übernahmen. Beide ließen in den vergangenen Wochen jedoch rapide nach und rutschten in der Tabelle ab. Vermutlich spielten sowohl der TSV als auch die DJK über ihren Möglichkeiten, bezüglich des Aufstiegskampfs wird beiden Mannschaften nur eine Außenseiter-Rolle zugetraut. Das gilt auch für Aufsteiger SV Manching II (Platz sechs, 23 Punkte), der durch technisch starken Fußball überzeugen konnte, und Absteiger FC Sandersdorf (Achter, 22 Zähler). Die Sandersdorfer deuteten zwischenzeitlich ihre Klasse an, sind jedoch zu inkonstant. Warum der Türkisch SV Ingolstadt wieder einmal enttäuschte, weiß niemand so genau. Im Winter sollen den Tabellensiebten (23 Punkte) wieder einmal einige Neuzugänge verstärken - zweifelhaft, ob es noch für ganz oben reicht. So langsam in Fahrt kommt der Neuntplatziert FC Hitzhofen-Oberzell. Der Aufsteiger verlor keines seiner letzten fünf Spiele, gewann sogar vier und hat "nur" neun Punkte Rückstand auf den Aufstiegs-Relegationsplatz (bei zehn Zählern Vorsprung auf die Abstiegszone). Rein theoretisch könnten die Hitzhofener, die erst 13 Spiele absolvierten, also mit drei Siegen aus ihren drei Nachholspielen auf den zweiten Platz klettern - angesichts der Offensiv-Power zumindest nicht auszuschließen.

Schneckenrennen

Als Tabellenzehnter erscheint der SV Karlshuld zunächst abstiegsgefährdet, doch die Krzyzanowski-Truppe hat sieben Punkte mehr als der TSV Etting, Elfter und damit aktuell zur Relation berechtigt, gesammelt und scheint weder etwas mit dem Auf- noch mit dem Abstieg zu tun zu haben. Die Ettinger hingegen werden sich wohl bis zum Ende mit allen Mitteln gegen den bitteren Gang in die Kreisklasse wehren müssen, denn die von Andreas Fehlner trainierte Mannschaft (aktuell zumindest noch, Gerüchten zufolge könnte es hier noch zu einem Wechsel kommen) holte in 16 Spielen nur mickrige zehn Punkte und stellt - gemeinsam mit Hepberg - die schlechteste Offensive (16Törchen) ligaweit. Dass die Ettinger dennoch nicht auf einem direkten Abstiegsplatz stehen, liegt am FC Wackerstein-Dünzing (neun Zähler), dessen schlechtes Abschneiden nach dem viel umjubelten, aber ebenso unerwarteten Aufstieg, keine Überraschung darstellt, und am FC Hepberg (sieben), der mit einigen Abgängen und einem kleinen Kader zu kämpfen hat. Immerhin dürfen die Hepberger noch drei Nachholspiele bestreiten.