Veröffentlicht am Montag, 13. November 2017

Ludwig, Einstein oder Jakob Kraus?

Diskussion um die Benennung des ehemaligen Rietergeländes

Ludwig, Albert oder vielleicht doch lieber Jakob? Nein, es geht hier keineswegs um zankende Eltern, die nicht wissen, wie sie ihr ungeborenes Kind nennen sollen. Wobei, in gewissem Sinne vielleicht doch. Denn der Platz, der auf dem Rietergelände beim Kavalier Dallwigk und dem neuen Digitalen Gründerzentrum entsteht, braucht einen Namen. Und wie Mütter und Väter nun einmal sind, ist es für die Politiker gar nicht so einfach auf einen grünen Zweig oder in diesem Zusammenhang Namen zu kommen.


(Quelle: Arzenheimer)

Die CSU hat einen Antrag gestellt, der Platz solle doch in "König-Ludwig-Platz" umbenannt werden. Vielleicht nicht so kreativ, aber mit König Ludwig II. werden Prachtbauten wie Schloss Neuschwanstein oder Schloss Herrenchiemsee in Verbindung gebracht. Also vielleicht doch ein Hoffnungsträger, dass hier in Ingolstadt etwas Strahlendes entstehen könnte. Aber Vorsicht! Falsch gedacht. Denn gemeint ist König Ludwig I., der Festungsbauten (unter anderem den Kavalier Dallwigk) wieder aufbaute, nachdem sie von Napoleon beseitigt wurden. Und der hingegen wird vor allem mit seiner "Schönheitsgalerie" in Verbindung gebracht. Diverse Gemälde, die attraktive Frauen abbilden. Berühmtestes Beispiel: Seine Geliebte Lola Montez.

Was also sind die Alternativen?

Die Bürgergemeinschaft BGI schlägt ganz pragmatisch "Albert-Einstein-Platz" vor, um den Nobelpreisträger und Physiker Albert Einstein zu ehren. Möglicherweise ganz nett, einen Naturwissenschaftler zu würdigen, da ja in direkter Nachbarschaft das Digitale Gründerzentrum entstehen soll.

Andererseits: Wie viele Plätze auf der Welt oder allein in Deutschland haben wohl schon diesen Namen? Die Vermutung liegt nahe, dass es einige sind.

Nun schaltet sich die FDP ein. "Es ist eine gute Idee, diesen Platz mit einem Namen zu versehen und gleichzeitig verdiente Ingolstädterinnen und Ingolstädter damit zu ehren. Allerdings lässt der Vorschlag (Anm. der Redaktion: Es geht um König Ludwig) Fantasie und örtlichen Bezug vermissen. Zudem ist es an der Zeit, statt des Adels bürgerliches Engagement zu würdigen", schreibt Karl Ettinger. Der Vorschlag der FDP lautet: "Jakob-Kraus-Platz". Jakob Kraus war ein kommunistischer Widerstandskämpfer gegen das Naziregime aus Ingolstadt. Quasi "ein Zeichen gegen revisionistische Tendenzen im Freundeskreis des angrenzenden Armeemuseums", meint Ettinger. Sollte diesem Vorschlag nicht statt gegeben werden, schlägt die FDP außerdem eine Benennung nach Ewald Kluge (Rennfahrer) oder Isabeau de Bavière (Prinzessin von Bayern und Königin von Frankreich) vor.

So viel dazu. Es schwirren also diverse Namen in der Öffentlichkeit herum. Kaum einer davon ist für den Bürger bislang greifbar. Doch was denken eben jene Bürger? Haben auch Sie Vorschläge, wie dieser Platz getauft werden könnte? Dann her damit. Schicken Sie uns eine E-Mail in die Blickpunkt-Redaktion unter: info@espresso-mediengruppe.in.