Veröffentlicht am Donnerstag, 12. Oktober 2017

Entscheidende Wochen

Bezirksliga: Der TSV Oberhaunstadt muss jetzt liefern, um aus dem Tabellenkeller rauszukommen

Nach fünf Jahren Bezirksliga-Abstinenz war die Freude beim TSV Ober- und Unterhaunstadt über die Rückkehr im Sommer groß. Und wie das so häufig der Fall ist, gelang es auch den Haunstädtern, die Euphorie der Aufstiegssaison in die neue Spielzeit zu übertragen. Dementsprechend gut fiel der Saisonstart mit einem Sieg und einem Unentschieden aus, doch seitdem gelang dem TSVO nicht mehr viel, so dass er am zwölften Spieltag sogar ans absolute Tabellenende abrutschte.

Einen Spieltag später sieht die Welt jedoch schon wieder ganz anders aus. Grund hierfür ist der wichtige 2:1-Sieg am vergangenen Wochenende über den FC Moosburg, der dadurch von den Ingolstädtern die rote Laterne übernahm - ein echter Abstiegskrimi also. Und genauso spannend geht es in den kommenden Wochen weiter, denn am kommenden Sonntag steht die Partie gegen den SV Nord Lerchenau an, ehe es eine Woche später gegen die SpVgg Feldmoching geht. Beide Teams liegen mit einem Zähler weniger hinter dem TSV Oberhaunstadt, der mit zwölf Punkten Tabellenzwölfter ist, also den Relegationsplatz belegt.


<p>Effizienz ist nun von der Haunstädter Offensive um Dribbler Christoph Ampferl (blaues Trikot) gefragt.</p>

Effizienz ist nun von der Haunstädter Offensive um Dribbler Christoph Ampferl (blaues Trikot) gefragt.

(Quelle: Jürgen Schuhmann)

Sowohl Lerchenau als auch Feldmoching sind also Mannschaften, die bezwingbar sind und auch geschlagen werden müssen, wenn man in der Liga bleiben möchte. Wie auch Oberhaunstadt haben sie gerade einmal 15 Tore erzielt (nur Moosburg hat noch eins weniger), in der Defensive zeigt sich vor allem Feldmoching mit bereits 28 kassierten Treffern enorm anfällig. Am Dienstag dieser Woche trafen der SVNL und die Spielvereinigung im direkten Duell aufeinander. Am Ende einer packenden Partie, in der Gastgeber Lerchenau noch einen Zwei-Tore-Rückstand aufholte, stand es 2:2. Damit verharren beide Mannschaften auf einem direkten Abstiegsplatz. Auch sie stehen also gegen den direkten Konkurrenten aus Oberhaunstadt enorm unter Druck und müssen dreifach punkten, um nicht frühzeitig in der Saison den Faden zu den Nichtabstiegsplätzen abreißen zu lassen - zumal es sowohl für Lerchenau als auch Feldmoching ein Heimspiel ist.

Und genau da liegt das Problem der Haunstädter, denn während sie in der Heimtabelle auf einem guten siebten Rang liegen (drei Siege, ein Remis und eine Niederlage), sind sie Schlusslicht im Auswärts-Ranking. In der Bezirksliga-Spielzeit gelang dem TSVO auswärts noch kein einziger Sieg, dafür musste das Team aber schon fünf Pleiten hinnehmen und konnten nur zweimal einen Punkt holen. Noch zwei Fakten zu den kommenden Gegnern: Beim ersten Kontrahenten Lerchenau stehen mit Vincenzo (als Spielertrainer) und Domenico nach wie vor die beiden älteren Brüder von Ex-Bayern-Star Diego Contento (mittlerweile Girondins Bordeaux) unter Vertrag. Die Lerchenauer sind derzeit absolut nicht in Form, sie konnten keines ihrer letzten sieben Spiele gewinnen.

Der Auftakt zu den entscheidenden Wochen glückte den Haunstädtern mit dem 2:1-Erfolg über Moosburg, nun gilt es für die junge Truppe nachzulegen. Mit sechs Punkten aus den beiden so wichtigen nun anstehenden Partien würde der TSVO sicherlich die Abstiegsränge verlassen können und hätte mal wieder Zeit, um Luft zu holen. Das wäre notwendig, da auch in den folgenden Wochen der Druck nicht zwingend nachließe.

Nach dem Feldmoching-Spiel, das im Übrigen schon das erste der Rückrunde ist (gutes Omen: das Hinspiel konnte Oberhaunstadt mit 3:0 gewinnen), kommt es zum Derby gegen den TSV Rohrbach, anschließend zum Aufeinandertreffen mit Aufsteiger SC Grüne Heide Ismaning. Rohrbach liegt zwei, Ismaning einen Punkt vor den Haunstädtern. Mit einer kleinen Serie im Rücken wäre also auch sicherlich in diesen beiden Partien im heimischen Stadion etwas drin.

Um in diesen richtungsweisenden Spielen bestehen zu können, muss der letztjährige Kreisliga-Meister seine Auswärtsschwäche in den Griff bekommen, aber auch effizienter in der Offensive und sattelfest in der Defensive werden. Im Angriff lassen die Haunstädter zu viele Chancen liegen, hier sind sie zu abhängig von Torjäger Marco Newald, der sieben von 15 Toren, also fast die Hälfte der Treffer, erzielte.

Mit 24 Gegentoren kassierte die Mannschaft aus dem Ingolstädter Nordosten zum Teil deutlich weniger als die Konkurrenz in der unteren Tabellenhälfte, dennoch sind das durchschnittlich fast zwei Tore pro Spiel, die die Mannschaft von Cheftrainer Daniel Fries hinnehmen muss. Bei nur etwas mehr als einem Treffer pro Spieltag kann man sich ausrechnen, dass das nicht für viele weitere Siege reichen würde. In den nun anstehenden Partien gegen die so offensivschwachen Mannschaften ist eine gute Defensivarbeit daher der erste Schritt zu einem Lauf, der am Ende über Klassenerhalt oder Abstieg entscheiden könnte.


Standort

Ingolstadt, Oberbayern, Bayern, Deutschland