Veröffentlicht am Donnerstag, 31. August 2017

Bezahlter Blödsinn

Warum man der Satire-Gruppierung "Die Partei" keine staatliche Unterstützung gewähren sollte

72 000 Euro will die Bundestagsverwaltung von der Satire-Gruppierung "Die Partei” zurück. Die Gaudi-Truppe hatte tatsächlich Gelder aus der Parteienfinanzierung erhalten, weil sie 2013 an der Bundestagswahl teilgenommen hatte. Auch diesmal treten die Satiriker an. Das "Wahlprogramm” dieser sogenannten Partei zeigt, dass hier nicht einmal ansatzweise politische Ziele verfolgt werden, vielmehr - ganz dem Zeitgeist unserer "Gag-Gesellschaft” entsprechend - mehr oder minder dumme Sprüche als "politische Ziele” präsentiert und die Menschen veralbert werden. In einer Zeit, in der Menschen auf der Flucht im Mittelmeer ertrinken, schreibt sich die Spaß-Partei ins "Parteiprogramm”: "Ziff 13 Obergrenze für Flüchtlinge: Die Flüchtlingsobergrenze wird - ganz im Sinne der Unionsparteien - jährlich neu definiert: Deutschland darf nicht mehr Flüchtlinge aufnehmen als das Mittelmeer.” Ein Wortspiel mit Ertrinkenden? Widerlicher Gag. Geschmacklos, aber harmloser: "Ziff 9 Med. Versorgung auf dem Land: Angesichts einer genetischen Übereinstimmung zwischen Schweinen und Menschen auf dem Land von über 90 % liegt es nahe, die ärztliche Versorgung im Güllegürtel Deutschlands den Tierärzten zu übertragen.” Angesichts massiver medizinischer Versorgungsprobleme in manchen ländlichen Regionen eine dümmliche Formulierung, die die fehlende Absicht, politisch etwas ändern zu wollen, nur unterstreicht. Und dafür Geld vom Staat?


(Quelle: Archiv)

Standort

Ingolstadt, Oberbayern, Bayern, Deutschland