Veröffentlicht am Mittwoch, 30. August 2017

"Ny ist die klare Nummer 1!"

Interims-Coach Stefan Leitl formt seine Schanzer Mannschaft

Rund eine Woche ist er nun im Amt, der neue Mann an der Seitenlinie beim FC Ingolstadt 04. Bei seinem ersten Auftritt als neuer Chefcoach der Schanzer hat er im Spiel gegen Fürth die ersten drei Punkte für den Bundesliga-Absteiger geholt. Start gelungen! Überzeugt haben die Ingolstädter mit ihrer Leistung jedoch noch nicht. Was sind also die Pläne des Walpurgis-Nachfolgers?


<p>Interimscoach Stefan Leitl</p>

Interimscoach Stefan Leitl

(Quelle: Sabine Kaczynski)

Länderspielpause nutzen

Auf jeden Fall will er die anstehende Länderspielpause dazu nutzen, sich intensiv auf den nächsten Gegner - Erzgebirge Aue - vorzubereiten. Dabei ist ihm das Spiel gegen den Ball wichtig, die Rückkehr zur Viererkette und die dazugehörigen Abläufe sollen intensiv geübt werden: "Die Jungs ziehen super mit, es macht unheimlich Spaß, es ist richtiger Zug im Training - das erleichtert uns die Arbeit." Auch die Fitness der einzelnen Spieler könne er in der punktspielfreien Woche nach den intensiven Trainingseinheiten überprüfen, zudem kann er - bis auf Almog Cohen, der für die israelische Nationalmannschaft im Einsatz ist - den kompletten Kader beobachten. Große Unterschiede in der Trainerarbeit sieht der gebürtige Münchener zwischen seiner bisherigen Tätigkeit bei der U21 und der Profimannschaft nicht. "Wir trainieren auch in der U21 unter professionellen Bedingungen, d. h. ich habe den selben Aufwand, was Trainingsvor- und -nachbereitung betrifft. Da hat sich nicht viel verändert. Das Drumherum und die mediale Präsenz sind natürlich viel mehr geworden", so der Trainer.

Neustrukturierung im Kader

Auch personelle Veränderungen in der Mannschaft hat der neue Coach bereits vorgenommen. Nicht nur der Torwartwechsel von Martin Hansen zu Örjan Nyland, sondern auch die Reaktivierung des bei Maik Walpurgis in Ungnade gefallenen Tobias Levels überraschten einige. Dass diese Änderungen nicht dem Zufall geschuldet waren, sondern durchaus gewollt, macht Stefan Leitl klar: "Es war ein ausdrücklicher Wunsch von mir, dass Tobi zurückkommt, weil wir einen engen Draht zueinander hatten. Er war in der U21 letztes Jahr ein entscheidender Faktor und hat sich unheimlich professionell verhalten. Er ist für mich fester Bestandteil der Mannschaft." Levels ist nicht der einzige Defensivmann, der die Abwehr verstärken soll.

Auch Ingolstadt-Rückkehrer Christian Träsch, der gerade einen Vertrag bis 2021 bekommen hat ist gelernter Rechtsverteidiger.

Dennoch kann sich Leitl auch vorstellen, beide gemeinsam aufs Feld zu schicken: "Tobi ist auf beiden Flügeln einsetzbar und Christian kann auch im defensiven Mittelfeld spielen, da sind alle Möglichkeiten offen."

Nyland Nummer 1 im Tor

Auch wenn Leitl im Spiel gegen Fürth zunächst auf die Spieler vertraut hat, die das "Hasenhüttl-Modell" noch kennen, erweitert um Marcel Gaus und Stefan Kutschke, die Zweitliga-Erfahrung mitbringen: Generell wird der Interims-Coach jedem aus dem Kader die Möglichkeit geben, den Sprung in die Stammelf zu schaffen: "Wer Leistung bringt, wird seine Chance erhalten", so der Trainer, "wir werden auf jeden Fall eine schlagkräftige Truppe auf den Platz bringen. Jeder hat in den 10 Tagen Zeit, sich zu zeigen!" Ausnahme hierbei ist die Torhüterposition. Hier hat sich Stefan Leitl bereits festgelegt: "Ny ist die klare Nummer 1. Er bringt für meine Spielphilosophie alles mit. Er ist gut bei Flanken, Rückpässen und hat einen weiten Schlag - das sind Faktoren, die zu seiner Aufstellung in Fürth geführt haben. Dort hat er seine Sache hervorragend gemacht, deshalb gibt es jetzt keinen Grund, wieder zurückzurudern."

Trainerfrage weiter ungeklärt

Die drei Punkte, die die Schanzer nun auf dem Konto haben, sieht Leitl als "wichtigen Sieg, auch wenn er nicht schön war". Das spiele aber keine Rolle, denn man müsse sich nun über gewonnene Spiele das Selbstvertrauen zurückholen. "Dann wird es irgendwann auch wieder mal ansehnlichen Fußball geben", ist sich Leitl sicher.

Unsicher dagegen ist weiterhin, wer nun die Trainerposition dauerhaft bei den Schanzern einnehmen wird: "Es wurde alles offen kommuniziert. Ich wurde als Interims-Trainer bei den Profis eingesetzt. Für die Partien in Fürth, die wir gewonnen haben, und gegen Aue, wo wir unbedingt auch siegen wollen, habe ich die Mannschaft übernommen. Danach wird man sehen, wie es weitergeht. Ich habe ja auch meinen Job und einen Vertrag als U21-Trainer."