Veröffentlicht am Donnerstag, 10. August 2017

Alle startklar!

Die neue Spielzeit beginnt: In der Fußball-Kreisliga rollt der Ball wieder

Das Warten und Schuften hat ein Ende, an diesem Wochenende beenden die Kreisliga-Vereine ihre Vorbereitung und starten in die neue Saison. Grund genug für uns, die Kreisliga I mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Die Liga hat sich im Vergleich zum Vorjahr stark verändert, von den 14 Mannschaften sind gleich fünf neu mit dabei. Für den Meister und Aufsteiger TSV Oberhaunstadt sowie für den Vorjahreszweiten FSV Pfaffenhofen (wurde in die Kreisliga II versetzt) kommen die beiden Bezirksliga-Absteiger FC Sandersdorf und FC Gerolfing, das erstmals seit 2001 wieder in der Kreisliga antreten muss. Mit dem TSV Großmehring und dem TSV Kösching sind zwei Vereine direkt in die Kreisklasse II abgestiegen, sie werden durch Rückkehrer FC Hitzhofen-Oberzell und die Reserve des SV Manching ersetzt. Der FC Geisenfeld stieg zudem über die Relegation ab, Nutznießer ist der FC Wackerstein-Dünzing.


<p>Im Aufwind? Nach zwei Abstiegen in Folge will Henry Gabriel (links) mit dem FC Gerolfing wieder Erfolgserlebnisse feiern. </p>

Im Aufwind? Nach zwei Abstiegen in Folge will Henry Gabriel (links) mit dem FC Gerolfing wieder Erfolgserlebnisse feiern. 

(Quelle: Jürgen Schuhmann)

Die Wackersteiner sind es auch, die bei den Buchmachern ganz oben auf der Liste stehen, wenn es um den ersten Absteiger geht. Denn schon der Aufstieg kam unerwartet, der Klassenerhalt wäre da eine noch größere Überraschung. Auch der SV Manching II wird wohl gegen den Abstieg kämpfen müssen. Bei den technisch versierten Spielern der jungen Manchinger Truppe wird es vor allem darauf ankommen, wie schnell sie sich an die Liga gewöhnen werden. Die Abgänge der Führungsspieler Claudio Maritato und Ferdinand Heissler (Co-Trainer SV Lichtenau) schmerzen. Der dritte Aufsteiger ist in eine andere Kategorie einzuordnen, schließlich haben die Hitzhofener Spieler allesamt schon in der Kreisliga ihre Klasse nachgewiesen. Mit Emin Ismaili, der die Hitzhofener zur historischen Kreisliga-Meisterschaft führte, dem neuen Co-Trainer Philipp Hallmen (zuletzt ST Kraiberg, zuvor FC Gerolfing und TSV 1860 Rosenheim, wo er Regionalliga-Erfahrung sammelte), Christian Redl (VfR Neuburg) und Patrick Müller (reaktiviert) hat sich der Aufsteiger auch noch namhaft verstärkt. Es wäre jedenfalls keine Überraschung, sollte Hitzhofen um die vorderen Plätze mitspielen.

Hingegen eher Richtung Tabellenkeller müssen sich wohl eine halbes Dutzend Vereinen orientieren. Der Vorjahreselfte TSV Hohenwart erkämpfte sich den Klassenerhalt, sollte sich in diesem Jahr aber spielerisch steigern, um das wiederholen zu können. Die DJK Ingolstadt legte eine passable Aufstiegs-Saison 2016/2017 hin, schwächelte aber zum Ende hin und muss wieder in die Erfolgsspur zurückfinden. Das gilt auch für den FC Sandersdorf, der letztlich abgeschlagen Letzter in seiner Premieren-Saison in der Bezirksliga wurde. Der Abstieg war zwar von Anfang an einkalkuliert, dennoch ist das Jahr nach einem Abstieg häufig tückisch, Sandersdorf wäre nicht die erste Mannschaft, die direkt in die Kreisklasse weitergereicht werden würde.

Probleme beim TSV Etting?

Auch der TSV Etting muss nach drei Jahren Aufstiegskampf tendenziell mit Problemen rechnen. Mit Spielertrainer Dejan Micic (Ziel noch unbekannt), Co-Trainer Fabian Reichenberger (Cheftrainer SV Kasing), Top-Torjäger Harry Weller (SV Manching) und Yannik Bienhaus (TSV Lichtenau), der in drei Jahren 32 Treffer für Etting erzielte, verloren die Ettinger nicht nur vier ihrer wichtigsten Spieler, sondern auch absolute Führungskräfte. Der erfahrene Sandi Gusic soll nun als Micic-Nachfolger für eine ruhige Saison sorgen. Das wäre auch den Hepberger Verantwortlichen recht, angesichts der Abgänge von Silvio Smoljic (Etting) und Gökhan Calik (Grün-Weiß Ingolstadt) wird das aber sicherlich kein leichtes Unterfangen. Spannend wird zu sehen sein, wie der TSV Baar-Ebenhausen in der neuen Spielzeit auftritt. Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga hatte der TSV im vergangenen Jahr teils große Probleme, die Mannschaft fing sich in der Rückrunde aber.

Die Enttäuschung über das Abschneiden in der vergangenen Saison ist beim SV Karlshuld noch immer nicht verflogen, am Ende belegten die Karlshulder den zehnten Platz - dabei peilten sie zu Saisonbeginn noch die Rückkehr in die Bezirksliga an. Von der Qualität her gehört der SVK sicherlich nicht in diese für ihn unbekannten Gefilde, die Entscheidung, dass Spielertrainer Aleksandar Dmitrovic (übernahm nun beim SV Denkendorf) nicht weitermachen durfte, verblüffte daher nur die wenigsten. Er wurde durch Peter Krzyzanowski (Burgheim) und Maritato (SV Manching II) ersetzt. Es bleibt abzuwarten, ob das neue Trainerduo aus den starken Einzelspielern ein Spitzenteam formen kann - wenn ja, kann es sogar für ganz oben reichen, wenn nicht, droht eine ähnliche Situation wie zuletzt.

Beim VfB Eichstätt II hängt alles davon ab, wie viele Spieler aus der Regionalliga-Mannschaft in die Reserve beordert werden, um Spielpraxis zu sammeln. Ohne die Verstärkung von "oben" hat die blutjunge Truppe vom neuen Trainerteam Julian Scholl und Max Dörfler keine Chance, um erneut in das Aufstiegsrennen einzugreifen, könnte sogar Probleme bekommen.

Eng wird es wohl vor allem im Abstiegskampf und im Mittelfeld

In den letzten Jahren setzte sich häufig eine (Überraschungs-)Mannschaft an der Tabellenspitze ab, während die Teams dahinter schwächelten und so oftmals gleich eine ganze Hand voll von Vereinen bis kurz vor Saisonende Chancen auf den Relegationsplatz hatten. In dieser Spielzeit könnte sich das ändern: Zwar ist die Liga nach wie vor sehr ausgeglichen, aber eng wird es wohl vor allem im Abstiegskampf und im Mittelfeld, vorne könnten sich drei Teams mit enormer individueller Klasse schon frühzeitig absetzen. In Gaimersheim herrscht schon lange Bezirksliga-Niveau (mindestens), was beispielsweise das Trainingsgelände betrifft, nun will der ambitionierte Verein auch sportlich den Schritt packen. Dafür verpflichteten die Gaimersheimer Torhüter Martin Schwürzer (TSV Etting), Dennis Volk (FC Gerolfing), Marco Bertic (Spielertrainer in Mailing), Aydin Kaya (SV Manching) und Zoltan Vati, der langjährige Erfahrung aus der Mittelrheinliga (fünfthöchste Spielklasse Deutschlands, also die Bayernliga des Fußballverbands Mittelrhein). Nach den beiden Top-Favoriten Gerolfing und dem Türkisch SV ist der TSV Hauptanwärter auf den Aufstieg.

Schon vor einem Jahr waren sich alle einig im Fußball-Kreis Donau/Isar: Der Aufstieg geht nur über den Türkisch SV Ingolstadt. Doch rund um die Ingolstädter herrschte - mal wieder - Unruhe. Von Zahlungsschwierigkeiten und Schlägereien innerhalb der Mannschaft war im Umfeld die Rede. Allein von den Namen her kann sich der Türkisch SV aber auch in diesem Jahr nur selbst schlagen, die Mannschaft ist nochmals stärker geworden: Abdullah Zorluh, der aufgrund von Undiszipliniertheiten von seinem Ex-Verein Türkisch SV Pfaffenhofen gefeuert wurde, Andreas Tkac (Karlskron, zwölf Tore) und David Meier (Hitzhofen, 15 Tore, acht Vorlagen) kamen. Eigentlich unvorstellbar, dass es am Ende dennoch wieder nicht reicht. Das will allen voran der FC Gerolfing verhindern. Der Absteiger konnte fast alle Stammspieler halten und verstärkte sich unter anderem mit Manuel Riedl (Sandersdorf), Felix Winkelmeyr (Kraiberg) und Stefan Huber (VfR Neuburg). Cheftrainer Andreas Steinberger erhofft sich von den Neuzugängen nicht nur sportliche Qualität, sondern auch, dass sie die hoch veranlagten, aber unerfahrenen und jungen Spieler führen.

Prognose: Wackerstein, Manching II und Hohenwart werden wohl die größten Schwierigkeiten im Abstiegskampf bekommen. An der Tabellenspitze sollten es Gaimersheim, Gerolfing und der Türkisch SV unter sich ausmachen, wenn nicht doch noch das zuletzt übliche Überraschungsteam eingreift - hier wären wohl am ehesten Karlshuld und Hitzhofen zu erwarten.


Standort

Ingolstadt, Oberbayern, Bayern, Deutschland