Veröffentlicht am Sonntag, 6. August 2017

"Ich will mir verdienen, im Tor zu stehen!"

Timo Pielmeier blickt optimistisch auf die neue Eishockeysaison

12 neue Spieler, neuer Sportdirektor, neuer Co- und Torwarttrainer, neue medizinische Abteilung, dazu eine frisch aufgehübschte Kabine und Spielstätte: Beim ERC Ingolstadt tut sich was. Wie sehen die "altgedienten" Profis diese Entwicklung? Blickpunkt hat Goalie Timo Pielmeier nach dem ersten Eistraining in der Saturnarena zu einigen Neuerungen befragt:

Ihr wart heute zum ersten Mal auf dem Eis - wie hat es sich angefühlt? 


<p>Timo Pielmeier im Freizeitlook...</p>

Timo Pielmeier im Freizeitlook...

(Quelle: Stefan Bösl - kbumm.agentur)

Timo Pielmeier: Das ist natürlich schön, denn das ist ja unser Hobby, das wir zu unserem Beruf gemacht haben. Die vier Monate Sommerpause waren jetzt schon sehr lange. Mit den warmen Temperaturen draußen werden die ersten Monate schon sehr hart, aber da müssen wir uns durchbeißen und hart arbeiten - dann kommt langsam der Spaß auch wieder dazu.

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Wie hast du die freie Zeit verbracht? Warst du im Urlaub? 

Timo: Ich war mit meiner Freundin auf Sri Lanka, danach habe ich den Großteil des Sommers bei meiner Familie in Deggendorf verbracht. Es ist immer ganz wichtig, auch mal aus der Stadt und vom Eishockey wegzukommen, um wieder frisch zurückzukehren. Das hat ganz gut funktioniert und jetzt freue ich mich auf die neue Saison.

Ziemlich genau die Hälfte der Mannschaft ist neu - was können die "alten" Spieler tun, um die Neuen zu integrieren? 

Timo: Zu den "alten" Spielern zähle ich Greile (Thomas Greilinger, Anm. d. Red.) und mich, denn ich bin jetzt das fünfte Jahr hier, Greile sogar noch länger. Wir müssen die Message an die neuen Spieler weitergeben, dass wir hier sind, um zu gewinnen, dass wir eine Play-off-Mannschaft sind und da vorn mitspielen wollen. Das ist die Nachricht, die bei den neuen Jungs ankommen muss.

Hatte die Mannschaft schon Zeit, sich kennenzulernen? Wie ist der erste Eindruck? 

Timo: Jetzt am Anfang verbringen wir viel Zeit miteinander, man sieht sich fast den ganzen Tag im Stadion. Das wird dann weniger, je länger die Saison dauert. Aber jeder, der hier ist, ist vom Charakter her ein guter Typ. Durch die vielen Neuen gibt's beim ERC einen frischen Wind, wie sich das dann auswirkt, wird sich im Laufe der Saison zeigen.

Torwarttrainer sind sehr wichtig

Fabian Dahlem ist der neue Torwarttrainer - war es für dich wichtig, dass es einen Trainer eigens für die Goalies gibt? 

Timo: Ja, das ist sehr wichtig. Ich will jetzt nichts Falsches sagen (grinst), aber ich glaube, der Torhüter ist vielleicht die wichtigste Position in der Mannschaft, zumindest eine der wichtigsten Positionen. Und ich finde, da sollte - übrigens nicht nur in Ingolstadt, sondern überhaupt im deutschen Eishockey - Wert darauf gelegt werden, dass man auch die Goalies professionell trainiert und ihnen einen eigenen Trainer zur Seite stellt. Der ERC hat das gemacht. Meiner Meinung nach sollte in der DEL jeder Verein einen hauptamtlichen Torwarttrainer haben.

Mit Jochen Reimer kam ein weiterer erfahrener Goalie zum ERC: Wie fühlt es sich an, echte Konkurrenz zu haben? 

Timo: Ich find's gut! Ich kenne Danny aus den Birken von Red Bull München sehr gut, dort wird das ähnlich gehandhabt, auch dort gibt es zwei sehr gute Torhüter. Danny sagt, das hat ihn besser gemacht. Ich denke, wir werden uns gegenseitig pushen. Ich kenne Jochen, das ist ein Super-Typ und wir sind beide erwachsene Menschen. Den Kindergarten können dann die Medien draus machen, da werden wir cool bleiben (lacht). Wir werden hart und ehrlich arbeiten. Ich will mir auch verdienen, im Tor zu stehen. Ich will nicht im Tor stehen, nur weil ich hier bin.

Dein Ziel bleibt aber, die Nr. 1 zu sein? 

Timo: Auf alle Fälle!

"Jeder muss für jeden alles geben!"

Du hast mit den Panthern schon den Meistertitel geholt, aber auch zuletzt weniger gute Spielzeiten erlebt: Was muss sich in dieser Saison ändern, damit der ERC wieder erfolgreich wird? 

Timo: Wir müssen als Mannschaft zusammenwachsen, als Team spielen, auf dem Eis jeder für jeden alles geben. Eine Eishockeysaison hat immer Höhen und Tiefen und wir versuchen natürlich, die Tiefen nicht so lange dauern zu lassen wie die letzten Jahre. Es ist jetzt noch zu früh, um zu sagen, wo wir stehen werden. Nach den Vorbereitungsspielen und dem Anfang der Saison können wir dann Ziele formulieren. Aber der erste Schritt ist, im ersten Saisonspiel gegen Straubing zu gewinnen und Punkte mitzunehmen. Was danach kommt, darauf fokussieren wir uns später.

Was sind deine Ziele mit dem ERC - und deine persönlichen Ziele in dieser Saison? 

Timo: Mein Ziel ist die Meisterschaft. Das war es schon 2014, als ich als no-name gekommen bin und das war es die letzten vier Jahre auch. Zweimal Finale und zweimal das Pre-Play-off-Aus sind daraus geworden. Die letzten zwei Jahre waren natürlich ärgerlich. Aber ich weiß, um was es geht und ich werde - gemeinsam mit Jochen - alles dafür tun, dass wir als Mannschaft erfolgreich sind.