Veröffentlicht am Montag, 10. Juli 2017

"Der Konkurrenzkampf lebt!"

Manchings Cheftrainer Andreas Thomas gibt sich kurz vor dem Saisonstart zuversichtlich

Bezirksliga-Meister SV Manching startet am kommenden Sonntag in die Mission "Landesliga-Klassenerhalt". Die Generalprobe verpatzte der SVM jedoch: Beim ambitionierten SV Donaustauf (Landesliga Mitte) mit Trainerlegende Karsten Wettberg verloren die Grünhemden mit 0:5, wobei alle fünf Treffer bereits in den ersten 45 Minuten fielen. Andreas Thomas, seit Juni Cheftrainer der Manchinger, verrät im Interview, warum er dennoch zufrieden mit der Saison-Vorbereitung ist.

Herr Thomas, ausgerechnet im letzten Spiel vor dem Ligastart setzte es nun gegen Donaustauf eine 0:5-Packung. Wie bewerten Sie die Partie?


<p>Nachdenklich: Manchings Cheftrainer Andreas Thomas muss nach der verpatzten Generalprobe (0:5 gegen den SV Donaustauf) womöglich noch einmal seine Taktik überdenken.</p>

Nachdenklich: Manchings Cheftrainer Andreas Thomas muss nach der verpatzten Generalprobe (0:5 gegen den SV Donaustauf) womöglich noch einmal seine Taktik überdenken.

(Quelle: Patrick Roelen)

Andreas Thomas: Ein 0:5 ist natürlich nie schön. Vor allem, wenn das Ergebnis - wie hier jetzt - vollkommen in Ordnung geht. Wir haben persönliche Duelle nicht gewonnen und haben einfache Fehler gemacht. Der Gegner hatte dann die Qualität, diese Fehler eiskalt auszunutzen. Und so mussten wir mit dem 0:5 in die Halbzeitpause gehen. Wir haben dann etwas an der Struktur verändert, um kompakter zu werden und noch den einen oder anderen Akzent nach vorne setzen können. Und in der zweiten Halbzeit hatten wir dann auch Möglichkeiten und haben hinten keinen Gegentreffer mehr bekommen. Nach der ersten Halbzeit kann man das als kleinen Erfolg sehen. Letztlich bleibt, dass wir noch eine Woche Zeit haben, um uns auf das Spiel gegen Türkgücü München vorzubereiten. Diese Partie wird sicherlich nicht einfacher. Wir wissen also, was auf uns zukommt und woran wir arbeiten müssen.

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Wie aussagekräftig war dieser Test für Sie?

Durchaus aussagekräftig. Denn wir haben uns einiges vorgenommen. Aber wir sind wohl mit der Einstellung in das Spiel gegangen, dass alles von alleine gut wird. Wir waren nicht zu hundert Prozent anwesend, und haben sehen müssen, dass wir dann gegen spielstarke Mannschaften richtig Probleme bekommen. Dementsprechend glaube ich, dass es ein Ergebnis ist, das die Spieler wachrüttelt. Wir müssen in jedem Spiel alles geben. Das haben wir deutlich gesehen. Als Aufsteiger kann unser Ziel nur der Klassenerhalt sein. Das wird aber nur mit maximalem Einsatz funktionieren. Um auf die Frage zurückzukommen: Vor allem die erste Halbzeit ist dahingehend aufschlussreich für uns, dass wir es so im ersten Spiel nicht machen dürfen.

Sie können der Niederlage also etwas Positives abgewinnen?

Ein 0:5 ist natürlich so kurz vor dem Saisonstart nie vorteilhaft (lacht). Das Ergebnis setzt sich ja auch in den Köpfen der Spieler fest. Wobei man da den Jungs ein Kompliment aussprechen muss: Bei einem 0:5 zur Halbzeit ist es auch nicht ohne, in der zweiten Hälfte noch etwas zu versuchen. Und das haben die Jungs gut hinbekommen. Letztendlich sind Testspiele ja genau dafür da: Um Erkenntnisse zu gewinnen und zu gucken, wer auf sich aufmerksam machen kann.

Mit Anastasios Porfyriadis, Said Magomedov, Michael Belousow aus der eigenen Jugend, Harry Weller vom TSV Etting, Marcel Kappelmeier vom BSV Berg im Gau und Maximilian Gruber aus Karlburg haben Sie sechs Neuzugänge. Wie gut sind sie schon in die Mannschaft integriert?

Ich bin sehr zufrieden mit ihnen. Allerdings kommt Maxi aus einer Verletzung, befindet sich deshalb gerade im Aufbautraining. Marcel Kappelmeier ist auch noch nicht zu hundert Prozent fit. Harry Weller war zuletzt leider krank, aber macht einen sehr guten Eindruck. Michael, Ana und Said machen ihre Sache sehr ordentlich. Ich habe einen guten Eindruck von ihnen. Sie sind auch von der Truppe sehr gut aufgenommen worden. Mit diesen jungen Spielern und den älteren haben wir einen guten Mix. Ich bin generell sehr glücklich mit dem Kader. Die Mannschaft hat eine hohe Qualität, der Kader ist außerdem breit, was für uns noch wichtig sein wird. Der Konkurrenzkampf lebt - und das ist gut so!

Wie lange steht Ihnen Tim Siegfried noch zur Verfügung?

Er ist noch für die ersten drei Spiele hier, danach wird er ins Ausland zum Studieren gehen. Tim hat voll mittrainiert und ist natürlich auch ein vollwertiges Mitglied der Mannschaft.

Mit dem 0:5 hat die Vorbereitung auf die neue Spielzeit ein denkbar schlechtes Ende genommen. Können Sie dennoch ein positives Fazit ziehen?

Klar, denn generell bin ich sehr zufrieden. Die Jungs haben alle gut mitgezogen. Okay, einige waren im Urlaub, andere hatten mit ihrem Studium zu tun, dennoch haben wir gut arbeiten können. Das Fazit fällt also sehr positiv aus. Und eine Woche haben wir ja auch noch.

Gab es einen Spieler, der Sie besonders überzeugen konnte?

Ich habe eigentlich von allen einen sehr guten Eindruck. Bei jungen Spielern ist die Thematik immer, wie schnell sie sich in den Herrenbereich integrieren. Da kann ich über alle drei Jugendspieler sagen, dass ihnen der Sprung gut gelungen ist. Sie haben mit dem Niveau kein Problem. Alle anderen Spieler haben schon ein sehr gutes Ausgangslevel. Letztendlich müssen wir uns aber immer weiter verbessern und auf das nächste Level kommen. Dieses Potential hat die Mannschaft aber absolut.

Zweimal spielte Manching zuvor in der Landesliga, beide Male ging es direkt wieder runter in die Bezirksliga. Warum klappt es dieses Mal mit dem Ligaverbleib?

Die Ausgangssituation ist klar: Wir wollen unbedingt die Klasse halten, idealerweise ohne Relegation. In der Liga gibt es sechs Aufsteiger. Die müssen alle gucken, wie sie zurechtkommen. Wir haben jedenfalls definitiv die Qualität und das Potential, um in der Liga zu bleiben. Dennoch ist es wichtig für uns, von Spiel zu Spiel zu gucken und uns immer weiterzuentwickeln. Wichtig wird auch sein, wie wir in die Saison starten. Wir haben ein knackiges Auftaktprogramm. Dennoch müssen wir auch gleich mal punkten, um erst gar nicht unten rein zu rutschen.


Standort

Ingolstadt, Oberbayern, Bayern, Deutschland