Veröffentlicht am Mittwoch, 14. Juni 2017

Beliebte Natur- und Erholungsräume erhalten

Die Ingolstädter Baggerseen werden regelmäßig gepflegt, damit das ökologische Gleichgewicht bewahrt wird

Wenn die Temperaturen steigen und die Sonne scheint, dann gibt es für viele nur eins: Ab ins kühle Nass! Während die einen am liebsten ins Ingolstädter Freibad gehen, fahren die anderen gerne an die Ingolstädter Seen. Damit die Besucher unbeschwert im Auwaldsee, Baggersee und Schafirrsee schwimmen können und damit das ökologische Gleichgewicht dieser Naherholungsflächen erhalten bleibt, haben Gesundheits- und Umweltamt stets ein Auge auf diese Seen. So werden sie etwa regelmäßig von Schlingpflanzen mit einem Mähboot befreit, eine Belüftungsanlage wurde im Baggersee installiert und der Auwaldsee hat einen Entwässerungsgraben erhalten.


<p>Gründliche Pflege: Mit dem Mähboot können Wasserpflanzen entfernt werden. <b>Foto: Stadt Ingolstadt</b> </p>

Gründliche Pflege: Mit dem Mähboot können Wasserpflanzen entfernt werden. Foto: Stadt Ingolstadt

Wo einst Kies abgebaut wurde, sind sie entstanden: die Ingolstädter Baggerseen. Zu großen Teilen stammt ihr Wasser aus dem Grundwasser, ein weitaus kleinerer Teil kommt durch Niederschlag hinzu, selten haben diese Seen einen oberirdischen Zu- oder Ablauf. Und so schön es ist, sich an diesen Seen zu sonnen oder in ihnen zu baden, sind sie doch von einem Problem betroffen: In ihnen wuchern teils massenhaft Wasserpflanzen und Algen. Diese sind nicht nur hinderlich für Schwimmer, sie sind auch eine Gefahr für das Gleichgewicht im See. Denn zu viele dieser Pflanzen verbrauchen zu viel Sauerstoff, der wiederum anderen Lebewesen im See fehlt. Gründe dafür gibt es mehrere: Kleine und flache Seen wie die Ingolstädter Baggerseen "altern" vergleichsweise schnell, der natürliche Endzustand eines Sees ist nämlich eigentlich ein Niedermoor. Aber auch Stoffe wie Chloride, Schwefel und Phosphor, die beispielsweise durch zu viel Düngung über das Grundwasser in die Seen gelangen, regen dieses massive Algenwachstum an.

Gewässeruntersuchungen bringen Klarheit

Gesundheits- und Umweltamt beobachten die Veränderungen an Ingolstädter Seen mit großer Aufmerksamkeit. Um sich über die jeweilige Situation ein genaues Bild machen zu können, werden daher regelmäßige Gewässeruntersuchungen in Auftrag gegeben. Bei bereits durchgeführten Untersuchungen wurden die Gewässerchemie genauer analysiert und auch die Art und Menge der Wasserpflanzen und der Algen erfasst. Anhand der Ergebnisse haben sich die Verantwortlichen dann konkrete Maßnahmen überlegt, um die Qualität der Ingolstädter Seen zu verbessern.

Mit der Mähmaschine auf dem See

So erhielt der Baggersee beispielsweise eine Belüftungsanlage. Sie rettet den See vor dem "Umkippen", sie verhindert also, dass durch den durch Algen verursachten Sauerstoffmangel Pflanzen und Tiere absterben. Im Auwaldsee konnte unter anderem durch den Bau eines künstlichen Abflusses in den Franziskanergraben eine extrem kostenintensive Entschlammung vermieden werden. Im Rahmen dieses Gewässermanagements kommt auch ein Mähboot zum Einsatz. Es befreit alljährlich die Seen von zu vielen Wasserpflanzen. Allein im Jahr 2016 wurden im Auwaldsee so 300 Tonnen Sauerstoff weniger verbraucht, wovon der See enorm profitiert. Darüber hinaus konnte so auch die dicke Schlammschicht, die es auf weiten Flächen gab, auf kaum zehn Zentimeter reduziert werden, es tritt sogar teilweise wieder natürlicher Kies offen zutage.

Seenmanagement sehr erfolgreich

Dieses Seenmanagement hat aber nicht nur dazu geführt, dass man unbeschwert in den Baggerseen schwimmen kann und diese sich positiv entwickeln, es hat auch der Stadt Ingolstadt Kosten in sechsstelliger Höhe erspart. Um auch künftig giftige Algenblüten und das Massenwachstum von Wasserpflanzen zu verhindern, muss das Wassermanagement weiterentwickelt und den kommenden Bedingungen wie dem Temperaturanstieg angepasst werden. Daran arbeitet das Umweltamt der Stadt Ingolstadt bereits intensiv. Denn ohne dieses Management würde man wertvolle Erholungs- und Naturräume verlieren.