Veröffentlicht am Mittwoch, 14. Juni 2017

Who kehrs

Sollte man auf achtlos weggeworfenen Müll eine Kehrwertsteuer einführen?

Da sind sie wieder, die Herrschaften (und Damen) vom städtischen Kehrtrupp. Kein Krümel, kein Bonbonpapier und kein Blatt kommt ihnen aus. Morgens, Mittags, Nachmittags. Da wird gefegt, geschaufelt und geputzt. Als regelmäßiger Nutzer der geputzten Gassen und Straßen fragt man sich angesichts dieser Großmacht an Reinigungstrupps unwillkürlich, ob in Ingolstadt Unmengen an "Dreckbären" leben. Man malt es sich vor dem inneren Auge aus: Nachts werfen die Bewohner der Altstadt ihren Biomüll auf die Straße, der von frei laufenden Schweinen in den Gassen auch noch verteilt wird. Das Abwasser fließt an den Häusern vorbei und hinterlässt unschöne Spuren. Holzscheite stapeln sich vor den Häusern, um demnächst verfeuert zu werden. Und die Pferdefuhrwerke sorgen für einen rustikalen Duft in Kombination mit Pferdekot - dazu eine Prise Matsch und fertig ist die stinkende Mischung. Aufwachen! 500 Jahre später hat sich die Lage doch deutlich verbessert. Auch weil tapfere Ritter täglich den Kampf gegen Müll und Unrat aufnehmen, was an einem stürmischen Tag, an dem ausgerechnet der Gelbe Sack raus gestellt wurde, eine echte Herausforderung ist. Danke, dass jemand diesen Job macht! Und beim achtlosen Wegwerfen von Pappbechern, Taschentüchern oder Fast-Food-Tüten sollte man sich eben nicht denken "Who cares?". Es gibt immer eine(n), der/die kehrt. Und er/sie muss dafür bezahlt werden. Das wäre die Überlegung Wert, auf weg geworfenen Müll vielleicht doch eine Kehrwertsteuer einführen.


(Quelle: Hoessl)