Veröffentlicht am Mittwoch, 14. Juni 2017

Entscheidungen gefallen

Relegation: Während Wackerstein und Croatia jubeln, herrscht bei den unterlegenen Mannschaften Tristesse

Es sind die Partien, für die jeder Amateur-Kicker Fußball spielt: die Relegationsspiele. Hier geht es um alles oder nichts. Ein Sieg kann den Aufstieg oder den Klassenerhalt bedeuten - und damit nicht selten den Mannschaftsausflug nach Mallorca -, eine Niederlage hingegen den bitteren Gang eine Etage tiefer oder das Ende des Aufstiegstraums.

Das Abschneiden einer ganzen Saison und die Zukunft eines kompletten Vereins hängt dann von einem oder zwei Spielen ab. Klar also, dass die Zuschauer von diesen Relegationspartien fasziniert sind und sich das Spektakel nicht entgehen lassen wollen. So fanden sich beispielsweise am vergangenen Sonntag rund 800 Zuschauer auf der Sportanlage der DJK Ingolstadt zum Relegationsduell FC Geisenfeld gegen den FC Wackerstein-Dünzing zusammen. Mit den letzten Spielen der Relegation sind die Amateur-Spielzeiten nun endgültig abgeschlossen. Hier ein Überblick über die letzten Entscheidungen der Saison:


<p>Matchwinner: Wackerstein Torwart Thomas Koestler wurde erst in der zweiten Hälfte eingewechselt und hielt dann seiner Mannschaft den Sieg und damit den Aufstieg in die Kreisliga fest. </p>

Matchwinner: Wackerstein Torwart Thomas Koestler wurde erst in der zweiten Hälfte eingewechselt und hielt dann seiner Mannschaft den Sieg und damit den Aufstieg in die Kreisliga fest. 

(Quelle: Jürgen Meyer)

Relegation um den Klassenerhalt in der Bezirksliga

Für viele überraschend schaffte Aufsteiger ST Scheyern am letzten Spieltag noch den Sprung auf den Relegationsplatz in der Bezirksliga Oberbayern Nord, noch vorbei an dem SV Günding und dem FC Gerolfing. In der Relegation gegen den Tabellenzwölften der Bezirksliga Oberbayern Ost, den TSV Ottobrunn, zogen die Scheyerner aber den Kürzeren. Nach der 0:1-Hinspielpleite reichte dem ST Scheyern das 1:1 in Ottobrunn nicht (3., Lukas Berger), so dass das Abenteuer Bezirksliga für Scheyern nach bereits einem Jahr wieder beendet ist.

Relegation um den Aufstieg in die Bezirksliga

Wie schon in der vergangenen Spielzeit und im Jahr 2013 belegte der FSV Pfaffenhofen am Saisonende den zweiten Platz in der Kreisliga I. Allerdings scheiterten die Pfaffenhofener auch in diesem Jahr an dem harten Relegationsmodus. Der FSV verpasste es, im Hinspiel gegen die BSG Taufkirchen (Zweiter der Kreisliga 2 des Kreis Donau/Isar) über ein Remis (1:1, 7. Moritz Schapfl) hinauszukommen und verlor das Rückspiel klar - wenn auch zu hoch - mit 1:4 (44., Benedict Geuenich). Die Taufkirchener haben damit aber erst den ersten Schritt in Richtung Aufstieg getan, denn sie müssen sich nun auch noch gegen den Zweiten der Kreisliga Inn/Salzach, den TSV Wasserburg durchsetzen. Am Ende steigt also nur eine von vier Mannschaften in der Relegation auf. Der FSV Pfaffenhofen hat es dabei wieder nicht geschafft und wird im nächsten Jahr versuchen, den Aufstieg direkt zu packen.

Relegation zur Kreisliga

Hier war der Relegationsmodus wie gewohnt ähnlich hart, der Kreisligazwölfte, der FC Geisenfeld, musste zwei Partien gewinnen, um den Klassenerhalt zu packen. Das galt ebenso für den Türkisch SV Pfaffenhofen, der in der abgelaufenen Spielzeit Rang zwei in der Kreisklasse II erreichte und zuerst gegen Geisenfeld ran musste, ehe der FC Wackerstein-Dünzing (Kreisklasse I) ins Geschehen eingriff. In der ersten Partie am Donnerstagabend konnten sich die Geisenfelder noch in einem umkämpften Spiel gegen die Pfaffenhofener mit 3:2 nach Verlängerung durchsetzen. Nach 90 Minuten stand es 1:1 (1:0, 60., Lukas Kellermann; 1:1, 72. Alexandru Agafitei), ehe der FCG in der Verlängerung die Nerven behielt (1:2, 103., Bashar Broo; 2:2, 105., Eyup Aslan; 3:2, 108., Josef Amort). Die Freude in Geisenfeld währte aber nur kurz, denn nur drei Tage später unterlag die Elf von Trainer Frank Falkenburger überraschend mit 0:1 gegen den FC Wackerstein-Dünzing. Bei bestem Badewetter hatten die Geisenfelder die besseren Spielanteile und auch mehr hochkarätige Chancen, doch Wackerstein, das in der 57. Spielminute den Torwart wechseln musste (Thomas Koestler für Stefan Hirschmann), setzte sich dank des goldenen Treffers des Tages (22. Michael Koestler) durch und darf nun in der kommenden Spielzeit in der Kreisliga starten. Für den FCG hingegen geht es nach vier Jahren in der höchsten Spielklasse auf Kreisebene wieder in die Kreisklasse runter - und das, nachdem er im vergangenen Jahr noch Vierter wurde.

Relegation zur Kreisklasse

Um den Aufstieg beziehungsweise Klassenerhalt in die/der Kreisklasse I spielten neben dem Kreisklassenzwölften, dem SV Lippertshofen, auch die A-Klassisten VfB Friedrichshofen und NK Croatia Großmehring. Am Ende sollte es zwei bitter enttäuschte Mannschaften geben, die ihren großen Traum leichtfertig liegen ließen. In der ersten Partie setzte sich Friedrichshofen (A-Klasse II) mit 3:2 gegen Lippertshofen durch, das erst am letzten Spieltag der Saison auf den Relegationsrang rutschte. Dabei war der SV seit dem fünften Spieltag nie schlechter als Rang elf platziert. Die Enttäuschung nach einem Jahr Kreisklasse nun doch im kommenden Jahr wieder in der A-Klasse anzutreten, war groß. Ähnlich erging es den Friedrichshofenern, nachdem sie drei Tage nach dem gewonnen Duell das Spiel gegen schier übermächtige Großmehringer verloren hatten. Der VfB hätte am letzten Spieltag mit einem Sieg noch am TV 1861 Ingolstadt vorbeiziehen können, kam gegen den TSV Oberhaunstadt II aber nicht über ein kurioses 4:4-Unentschieden hinaus. Und so standen die Friedrichshofener nach einer starken Saison und einem gewonnenen Relegationsspiel am Ende mit leeren Händen da. Währenddessen feierte Croatia Großmehring den triumphalen 5:1-Sieg ausgiebig. Großmehring stellte in der abgelaufenen Spielzeit die drei (!) besten Torschützen der A-Klasse I: Drazan Lovric erzielte 22, Sinan Zeka 29 und Top-Goalgetter Mario Pavic überragende 40 Tore. Die Mannschaft muss in der Kreisklasse aber ausgerechnet auf Pavic verzichten, der im Sommer zum Landesligisten SV Manching wechseln wird. Mit zwei Toren im Aufstiegsspiel schenkte sich der Torjäger selbst den schönsten Abschied.

Der MTV Pfaffenhofen war die einzige Mannschaft in dieser Übersicht, die sich über die Relegation retten konnte. Der Tabellenzwölfte der Kreisklasse II setzte sich zuerst mit 2:1 gegen den SV Irsching-Knodorf (A-Klasse III) durch, ehe die Pfaffenhofener am vergangenen Dienstag im Stadtderby auch noch die Reserve des FSV Pfaffenhofen (A-Klasse IV) mit 3:2 schlugen. Für den MTV bedeuten die beiden gewonnenen Duelle mindestens ein weiteres Jahr Kreisklasse, für den FSV die zweite Schlappe in der Relegation in diesem Jahr.


Standort

Ingolstadt, Oberbayern, Bayern, Deutschland