Veröffentlicht am Freitag, 19. Mai 2017

Wie heißt das Kind?

Die neue Ingolstädter Politgruppierung ist noch namenlos.

Der Austritt von Sepp Mißlbeck, Gerd Werding (bisher FW) und Dorothea Soffner (bisher CSU) war ein politischer Paukenschlag. Doch nun müssen die Protagonisten einer vermutlich neuen bürgerlichen Gruppierung Vorsicht walten lassen. Dass Sepp Mißlbeck dritter Bürgermeister bleibt, ist klar. Was dabei nicht übersehen werden sollte: Soweit er den Vorsitz in Ausschüssen führt, handelt er nach der Gemeindeordnung als Vertreter des Oberbürgermeisters und muss sein Abstimmungsverhalten mit dem OB abstimmen. Insofern ist Mißlbeck nicht so unabhängig wie seine beiden Mitstreiter. War es kluge Zurückhaltung, dass Soffner nicht den Fraktionsvorsitz der neuen Fraktion im Stadtrat, die die drei Ausgetretenen bilden werden, übernehmen wird? Wollte sie die CSU nicht provozieren oder hat "Alterspräsident” Werding das Amt für sich reklamiert? Es werden Wetten angenommen, dass der Fraktionsvorsitz vor der nächsten Kommunalwahl noch wechseln wird. Die Namensfindung für die neue Gruppierung dürfte nicht leicht sein. Der Begriff "Freie” wird wohl wegen Verwechslungsgefahr mit den Freien Wählern nicht im Namen erscheinen. "Unabhängig” in den Namen aufzunehmen, liegt nahe, aber: die alte UW (Unabhängige Wähler) gibt es noch als Verein. Die Mehrzahl der Mitglieder gehört wohl den jetzigen Freien Wählern an. Also ist auch da Vorsicht geboten. Bald werden wir wissen, wie Mißlbecks Kind heißt.


(Quelle: Archiv)

Standort

Ingolstadt, Oberbayern, Bayern, Deutschland