Veröffentlicht am Donnerstag, 18. Mai 2017

Fünfkampf um Platz zwei

In der Kreisliga I geht es vor allem in Sachen Aufstiegsrelegation eng zu

Während die Teams in der unteren Tabellenhälfte zuletzt fleißig punkteten, scheint es so, als wollten die Mannschaften im oberen Tabellendrittel gar nicht aufsteigen. Tabellenführer Oberhaunstadt hat trotz einer Schwächephase weiterhin sechs Punkte Vorsprung auf die ärgsten Verfolger, da sich auch die zu unkonstant zeigen. Das hat zur Folge, dass weiterhin gleich fünf Vereine im Rennen um den begehrten Aufstiegs-Relegationsplatz sind.

Der Saison-Endspurt verspricht auf alle Fälle Spannung, denn den Zweitplatzierten FSV Pfaffenhofen (41 Punkte) trennen drei Spieltage vor der Sommerpause gerade einmal vier Zähler vom Türkisch SV Ingolstadt auf Rang sechs - dabei haben die Ingolstädter noch eine Nachholpartie gegen den TSV Baar-Ebenhausen zu bestreiten. Bei einem Sieg hätte Türkisch 40 Punkte, genauso viele Zähler wie die aktuell Viert- und Fünftplatzierten VfB Eichstätt II und TSV Gaimersheim. Punktgleich mit Pfaffenhofen liegt der TSV Etting auf Rang drei. Im Saisonfinale könnte es also kaum enger zugehen, doch zuletzt glich der Aufstiegskampf eher einem Schneckenrennen.


<p>Klassenerhalt: Bezirksliga-Absteiger TSV Baar-Ebenhausen mit Souleymane Konate (vorne) konnte sich dank eines 3:1-Erfolgs über Abstiegskandidat Großmehring am vergangenen Wochenende den Nicht-Abstieg sichern.</p>

Klassenerhalt: Bezirksliga-Absteiger TSV Baar-Ebenhausen mit Souleymane Konate (vorne) konnte sich dank eines 3:1-Erfolgs über Abstiegskandidat Großmehring am vergangenen Wochenende den Nicht-Abstieg sichern.

(Quelle: Jürgen Meyer)

Unglaublich beispielsweise, dass die Oberhaunstädter noch immer ein Polster von sechs Punkten auf den zweiten Platz haben, denn der 3:1-Sieg über Geisenfeld am vergangenen Wochenende war der erste nach vier sieglosen Spielen (zwei Remis, zwei Niederlagen). Die Konkurrenz konnte jedoch nicht zum Spitzenreiter aufschließen, da sie selbst nicht regelmäßig Dreier einfuhr. Pfaffenhofen konnte zwar immerhin drei seiner letzten sechs Partien gewinnen, verlor aber auch gegen die direkten Konkurrenten Gaimersheim und Oberhaunstadt. Am formstärksten scheint noch der TSV Etting, bei dem es richtig rund läuft, seitdem Spielertrainer Dejan Micic seinen Abgang zum Saisonende verkündete. Seit der derben 0:3-Klatsche im Derby gegen Gaimersheim spielen die Ettinger befreit auf und gewannen vier von sechs Partien (eine Niederlage).

Die Eichstätter trauern noch immer den fünf Partien in den Monaten März und April hinterher, in denen sie gerade einmal zwei Punkte sammelten. Dass die Reserve des Bayernliga-Meisters dennoch nach wie vor vorne mitspielt, hat sie einer Serie von zuletzt drei gewonnenen Spielen in Folge zu verdanken. Der TSV Gaimersheim, der noch auf Rang zwei überwinterte, holte lediglich zwei Siege an den vergangenen sechs Spieltagen - eigentlich zu wenig, um aufzusteigen. Selbiges gilt für den vor der Saison als Topfavorit auf den Meistertitel gehandelten Türkisch SV Ingolstadt, der nur dreimal drei Punkte in den vergangenen sieben Spielen einfuhr.

Am kommenden Wochenende könnte es bereits zu ersten Vorentscheidungen im Kampf um den Relegationsplatz kommen, denn es kommt zu zwei direkten Duellen: Der VfB Eichstätt empfängt am Samstag den TSV Etting, am Sonntag reisen dann die Gaimersheimer zu Türkisch. Falls Pfaffenhofen und Etting, die einen Zähler mehr als ihre Konkurrenten aufweisen können, die zwei kommenden Spiele gewinnen sollten, käme es am letzten Spieltag zum großen Showdown, wenn der Tabellenzweite den Drittplatzierten empfängt.

Für die auf beziehungsweise zwischen den Plätzen sieben und elf platzierten Vereine geht es in dieser Saison um nichts mehr, sie können realistisch gesehen (teils sogar rein rechnerisch) nicht mehr auf-, aber eben auch nicht mehr absteigen. Während sich das für den Aufsteiger DJK Ingolstadt und die enttäuschenden Karlshulder schon recht früh in der Saison abzeichnete, ist das für die Vereine FC Hepberg, TSV Baar-Ebenhausen und den TSV Hohenwart mehr als erstaunlich. Alle drei Mannschaften waren nach der Hinserie (akut) abstiegsgefährdet, belegen in der aktuellen Rückrundentabelle aber die Plätze zwei (Hohenwart), drei (Hepberg) und sechs (Absteiger Baar-Ebenhausen). Hohenwart holte in der zweiten Halbserie beispielsweise bislang sechs Punkte mehr als Aufstiegskandidat Eichstätt.

Den direkten Abstieg spielen daher nur noch der Dreizehnte FC Geisenfeld (20 Punkte) und der Tabellenvorletzte TSV Großmehring (18) aus. Schlusslicht TSV Kösching (8) steht seit dem vergangenen Wochenende auch offiziell als erster Absteiger fest. Der Aufsteiger kam nie richtig in der Liga an und kann sich nun auch rechnerisch nicht mehr retten. Für Geisenfeld und Großmehring geht es hingegen nur noch darum, wer direkt absteigt und wer in der Relegation um den Klassenverbleib kämpfen darf. Dass die beiden Vereine derart tief im Tabellenkeller stecken, mag den ein oder anderen überraschen - schließlich schlossen sie die vergangene Saison auf den Plätzen drei (TSVG) und vier (FCG) ab. Beide Teams mussten im vergangenen Sommer jedoch die Abgänge mehrerer Stammspieler verkraften und haben nun auch noch einige Ausfälle zu beklagen - Großmehring hat mit Verletzungen zu kämpfen, Geisenfeld muss immer wieder gesperrte Spieler ersetzen, liegt in der Fair-Play-Wertung auf dem vorletzten Platz. Auf genau dem wollen weder die Großmehringer noch die Geisenfelder am Saisonende in der Punkte-Tabelle stehen.