Veröffentlicht am Mittwoch, 19. April 2017

Steib tritt zurück

Auch Co-Trainer Markus Jörg verlässt den abstiegsbedrohten Bezirksligisten FC Gerolfing

Der FC Gerolfing, erst im vergangenen Jahr aus der Landesliga abgestiegen, wartet in der Bezirksliga Oberbayern Nord seit sieben Spielen auf einen Sieg, der letzte gelang im November 2016 gegen Schlusslicht FC Sandersdorf (1:0). Während dieser Durststrecke rutschten die Gerolfinger auf einen direkten Abstiegsplatz ab. Der Rückstand auf einen Relegationsrang beträgt inzwischen vier Punkte, der auf das rettende Ufer gar zwölf. Cheftrainer Jürgen Steib und sein Assistent Markus Jörg zogen aus dieser Talfahrt am Montag die Konsequenzen: Das Trainerteam trat geschlossen zurück. Steib und Jörg glauben daran, der Mannschaft durch Ihren Rücktritt den nötigen Impuls im Abstiegskampf geben zu können, wie der ehemalige hauptverantwortliche Übungsleiter betont: "Markus Jörg und ich haben die intensive Vorbereitung und unsere derzeitige sportliche Situation analysiert. Wir kamen zu dem Ergebnis, dass durch eine Veränderung das Ziel Klassenerhalt am ehesten realisiert werden könnte." Der 49-Jährige erhofft sich hierdurch "einen Brustlöser für das gesamte FCG-Team" und ist weiterhin optimistisch bezüglich der Rettung: "Die nötige Qualität existiert im Verein." Abteilungsleiter Harald Steger erreichte die Nachricht vom Rücktritt am Montagmittag. "Ich war überrascht und hatte eigentlich schon gehofft, dass wir die Saison zusammen zu Ende bringen können", verrät Steger gegenüber Blickpunkt. Die Entscheidung der bisherigen Trainer kann er dennoch nachvollziehen: "Die jüngsten Ergebnisse waren natürlich enttäuschend. Die Mannschaft kann sich aktuell nicht für ihre guten Leistungen belohnen. Da hatten die Beiden (Steib und Jörg, Anm. d. Red.) wohl das Gefühl, es müsse noch einmal etwas verändert werden." Jörg wird dem Team nicht nur als Co-Trainer, sondern auch als Spieler fehlen, denn der 35-Jährige wird nicht mehr für die Gerolfinger auflaufen. Dabei war er als erfahrener Spieler eine wichtige Säule der Mannschaft. "Das war nur die logische Konsequenz. Es hätte keinen Sinn gemacht, dass er zwar nicht mehr Trainer ist, aber weiterhin auf dem Platz steht", meint Steger.


Trainer Jürgen Steib
Trainer Jürgen Steib (Quelle: Jürgen Meyer - KBUMM)
Gerolfings Vorstand Harald Steger besiegelt zusammen mit Högeräte-Langer Geschäftsführer Rudi Langer und FCG-Wirtschaftsbeiratsmitglied Hans Reuther die weitere Zusammenarbeit (von links nach rechts).
Gerolfings Vorstand Harald Steger besiegelt zusammen mit Högeräte-Langer Geschäftsführer Rudi Langer und FCG-Wirtschaftsbeiratsmitglied Hans Reuther die weitere Zusammenarbeit (von links nach rechts). (Quelle: FC Gerolfing)

Als Interimslösung wurde Andreas Steinberger vorgestellt. Der bisherige Trainer der Gerolfinger Reserve wird beim Derby am kommenden Samstag gegen den SV Manching an der Seitenlinie stehen. Der 27-Jährige gewann mit der zweiten Mannschaft in der Kreisklasse acht der letzten neun Partien und gilt als großes Trainer-Talent. Ob Steinberger jedoch bis zum Saisonende oder sogar darüber hinaus in Gerolfing auf der Bank sitzen wird, ist noch unklar: "Das haben wir noch nicht entschieden. Darüber werden wir in den nächsten Tagen sprechen", erklärt Gerolfings Fußball-Abteilungsleiter. Steinberger selbst will sich zu seiner Beförderung nicht äußern, denn: "Mein Fokus liegt einzig und allein auf dem Team." Die Aufgabe bei seinem Debüt als Cheftrainer der ersten Mannschaft könnte sicherlich eine einfachere sein. Die Manchinger führen die Tabelle - bei einem Spiel weniger als Verfolger Jetzendorf - souverän mit acht Zählern Vorsprung an. Steger glaubt dennoch weiterhin an den Klassenerhalt: "Wir haben weiterhin eine realistische Chance. Am kommenden Mittwoch haben wir die Möglichkeit, im Nachholspiel gegen Schwabing München zu punkten und dann geht es in den entscheidenden Spielen gegen Günding und Scheyern Die Münchener belegen Rang elf, Günding liegt direkt vor Gerolfing auf Platz 13 und die Scheyerner sind Tabellenvorletzter. Am vorletzten Spieltag reisen die Grünhemden dann zum Tabellenzehnten Lerchenau und zum Saisonabschluss empfangen sie Aufsteiger Moosburg (Achter). Durchaus machbare Aufgaben für die Ingolstädter, deren größtes Problem das Toreschießen ist (gemeinsam mit Scheyern und Sandersdorf die schwächste Offensive). Dennoch planen Steger und Co. natürlich zweigleisig: "Wir führen gerade Gespräche mit den Spielern. Dabei müssen alle, die bleiben wollen, auch ihre Zusage für die Kreisliga geben. Denn eines ist auch klar: Falls wir tatschlich den bitteren Gang in die Kreisliga antreten müssen, wollen wir in der neuen Saison gleich wieder angreifen." Die finanzielle Zukunft der Gerolfinger ist indes gesichert, denn Hauptsponsor Hörgeräte Langer verlängerte den auslaufenden Sponsoring-Vertrag mit dem FC um zwei Jahre bis Juli 2019. In der Pressemitteilung heißt es: "Das umfangreiche Paket umfasst wie bisher die Seniorenmannschaften, sowie das Jugendförderkonzept, das ebenfalls in bewährter Weise fortgeführt wird." Geschäftsführer Rudolf Langer wird dem neu besetzten Wirtschaftsbeiratsgremium des FC Gerolfing zuarbeiten.