Veröffentlicht am Mittwoch, 19. April 2017

Feier- oder Reihertag?

Man sollte endlich einen Sankt Caipi Tag einführen.

Feiertag und man darf nicht mal Party machen? Was ist das denn? Ein Skandal! Man sollte das mit diesen stillen Feiertagen grundsätzlich reformieren. Einkehr ja, aber bitte im Wirtshaus! Gut, dass die nächsten Feiertage wieder partyfreundlicher sind. So was wie der 1. Mai, das ist fein. Da muss man quasi rein feiern. Super. Und dass aus Christi Himmelfahrt eine sensationelle Gelegenheit zum Besäufnis geworden ist - prima! Das passt zum Jahrhundert der facebook- Parties, 1-Euro-Schnaps-Buden und 24-Stunden-Drink-Events. Im Grunde waren Feiertage schon immer dazu da, die armen Menschen aus ihrem kargen, harten, entbehrungsreichen Leben zumindest für eine Weile zu entführen und ihnen Abwechslung zu bieten. Was es jetzt braucht, ist einfach nur ein Update. Der arme Mitt-Dreißiger, der heutzutage brutale 36 Stunden in der Woche auf seinem rückenschonenden Bürostuhl verbringen, vom Auto zum Arbeitsplatz sogar zu Fuß (!) laufen und auch noch unter der Last von zahllosen Pfandflaschen gebeugt selbst seine Nahrungsmittel einkaufen muss, der benötigt Feiertage. Und zwar so viele wie möglich. So ein Sankt Caipi, das wäre mal ein Heiliger, den man mit einem "Tag des fröhlichen Zusaufens" ehren könnte. Die großartige Santa Sangria soll ja auf einer bestimmten spanischen Insel mit hohem Partyaufkommen schon kurz vor der Seligsprechung stehen.


(Quelle: Archiv)

Feiern, saufen, reihern. Das ist die moderne Dreifaltigkeit, die es zu verehren gilt. Und das geht nun mal nicht in Ruhe und schon gar nicht mit stillem Wasser.