Veröffentlicht am Dienstag, 18. April 2017

"Überzeugt, dass es klappt!"

Holger Theuerkauf, ab Sommer Trainer des TSV Mailing-Feldkirchen, gibt sich im Interview selbstbewusst

Vom ursprünglich angepeilten Aufstieg ist der TSV Mailing-Feldkirchen weit entfernt: Der Kreisklassist steht nach 19 Partien nur auf Platz neun - 18 Zähler hinter Rang zwei. Kein Wunder also, dass Spielertrainer Marco Bertic sein Amt zum Saisonende niederlegen wird. Ersetzt wird er von Holger Theuerkauf, der im Interview erzählt, wieso er ideal in das Anforderungsprofil der Verantwortlichen passt und warum er ein gutes Verhältnis zu Michael Raab für so wichtig hält.


<p>Mailings kommender Trainer, Holger Theuerkauf, ist bekannt für seine packenden Ansprachen.</p>

Mailings kommender Trainer, Holger Theuerkauf, ist bekannt für seine packenden Ansprachen.

(Quelle: Archivfoto: Christoph Enzmann)

Herr Theuerkauf, nach unseren Informationen übernehmen Sie zur kommenden Saison das Amt des Cheftrainers beim TSV Mailing-Feldkirchen. Können Sie das bestätigen?

Theuerkauf: Ja, das ist richtig. Im Verein waren alle relativ überrascht, als der derzeitige Spielertrainer, Marco Bertic, verkündete, zum Saisonende aufhören zu wollen. Die Mailinger Verantwortlichen haben anschließend einen Nachfolger gesucht, der bereits Erfahrungen als Trainer im Herrenbereich gesammelt hat und bestenfalls die Strukturen des Vereins kennt. Ich bin aktuell in Mailing Trainer der A-Jugend und habe bereits sechs Jahre lang Mannschaften in der A-Klasse betreut - davon zwei als Trainer der Mailinger Reserve und vier als Co- beziehungsweise Cheftrainer beim TSV Lenting. Es war also durchaus naheliegend, dass ich zum Kandidatenkreis zähle. Die Gespräche waren dann sehr vielversprechend und ich habe recht schnell meine Bereitschaft erklärt, die Aufgabe zu übernehmen.

Wissen Sie, weshalb Marco Bertic nach nur einem Jahr nicht mehr als Spielertrainer zur Verfügung stehen wird?

Theuerkauf: Da wäre es wohl besser, Marco Bertic selbst nach den Gründen zu fragen.

Nach zwei Jahren als Jugendtrainer wechseln Sie im Sommer zurück in den Herrenbereich. Das lässt darauf schließen, dass Sie die Arbeit mit Erwachsenen mehr reizt…

Theuerkauf: Das kann man so nicht sagen. Es war für mich eine tolle Erfahrung, Jugendliche zu trainieren und ich ziehe auch vor jedem Jugendtrainer den Hut, denn der Job ist nicht immer einfach. In diesem Alter haben die Jungs oft ganz andere Dinge im Kopf als Fußball - sei es die Schule, Mädels, die Playstation oder sonst etwas. Der Fußball steht meist erst an fünfter, sechster Stelle, weshalb auch nicht immer alle Spieler im Training sind und man Trainingseinheiten nur schwer planen kann. Dabei möchte ich aber betonen, dass ich wahnsinnig gerne mit meinen Jungs zusammenarbeite. Es macht mir viel Spaß, weil eigentlich alle gut mitziehen und uns ein besonderer Zusammenhalt auszeichnet. Wir sind eine zusammengewürfelte Truppe aus B- und A-Jugendspielern, was übrigens dazu führt, dass ich auch jetzt Spieler in unterschiedlichem Alter betreue. Im Herrenbereich ist alles dann etwas ernsthafter beziehungsweise professioneller. Und auch das Niveau ist natürlich deutlich höher. Die Aufgaben sind also nicht unbedingt miteinander zu vergleichen. Mir macht beides Spaß, wobei auch klar ist, dass es noch einmal eine ganz andere Herausforderung sein wird, wenn ich ab Sommer Trainer einer Kreisklassen-Mannschaft sein werde.

Mit Marco Bertic verlässt ein Spielertrainer den Verein, der zweite Spielertrainer, Michael Raab, bleibt Mailing jedoch erhalten. Wie wird die Arbeitsteilung bei Ihnen aussehen?

Theuerkauf: Michi Raab wird weiterhin als Spielertrainer aktiv sein, während ich an der Seitenlinie stehen und coachen werde. Das führt natürlich dazu, dass ich während des Spiels die Entscheidungen treffen werde. An für sich sind wir aber gleichberechtigt. Wir treffen die Entscheidungen also für gewöhnlich zusammen und das ist auch gut so, denn diese Konstellation mit zwei Trainern kann auch daneben gehen, wenn man sich uneinig ist und nicht gut zusammenarbeitet. Zwischen uns darf also kein Blatt Papier passen. Das wird sicherlich spannend werden. Bislang hatte ich diese Situation noch nie. Ich war entweder Co-Trainer oder hatte als Cheftrainer meinen Assistenten. Ich bin aber davon überzeugt, dass es klappen wird - immerhin hat unter anderem Michi Raab dieses Modell vorgeschlagen.

Gab es zwischen Ihnen und Raab bereits Kontakt?

Theuerkauf: Natürlich. Wir haben uns beispielsweise bereits verständigt, wie die Vorbereitung im Sommer aussehen wird. Wir planen ein straffes Programm, so dass wir eine starke Kreisklassen-Mannschaft stellen können, die für die eine oder andere Überraschung sorgen kann.

Überraschungen? In den vergangenen Jahren hatte der TSV Mailing stets den Aufstieg im Visier. Der scheint bei Ihnen kein Thema zu sein…

Theuerkauf: Nein, überhaupt nicht. Das primäre Ziel wird sein, nichts mit dem Abstieg am Hut zu haben. Sie sehen, wir backen erst einmal kleinere Brötchen, was auch daran liegt, dass der Anspruch in den vergangenen Jahren nicht immer mit der Realität übereinstimmte. Deshalb ist es uns jetzt zunächst einmal wichtig, die vorhandenen Spieler weiterzuentwickeln und immer mal wieder Jugendspieler an die Herrenmannschaften heranzuführen. Der Kader soll also nur punktuell mit auswärtigen Spielern bestückt werden. Was mich sehr froh stimmt, ist, dass fast alle Spieler schon fest zugesagt haben, auch über die Saison hinaus bleiben zu wollen. Michi Raab hat die Gespräche mit den Jungs geführt und fast ausschließlich ein positives Feedback bekommen. Wir sind also nicht dazu gezwungen, etwas auf dem Transfermarkt zu unternehmen und planen derzeit auch nur, auf der Torhüterposition nachzulegen. Denn hier werden wir - Stand jetzt - mit Niklas Koppitz nur einen Mann haben. Das ist über die gesamte Saison gesehen natürlich zu dünn.

Wie gut kennen Sie denn bereits die erste Mannschaft?

Theuerkauf: Vom Spielerischen her kenne ich das Team doch recht gut, ich gucke ja bei den Heimspielen auch zu. Einzelne Spieler kenne ich auch noch aus meiner Zeit als Trainer der zweiten Mannschaft. So zum Beispiel Florian Heckner und Alexander Lir, die zwar aktuell verletzt sind, bei denen ich aber stark hoffe, dass sie wieder auf dem Platz stehen werden, wenn ich dann im Sommer übernehme. Persönlich kenne ich den Großteil der Mannschaft allerdings nicht. Das wird sich aber sicherlich schnell ändern. Ich freue mich jedenfalls auf die neue Aufgabe und bin mir sicher, dass wir zur neuen Spielzeit eine schlagkräftige Truppe auf die Beine stellen können.