Replik einer Fahne geweiht

(kk) Im Armeemuseum weihte Militärpfarrer Klaus-Peter Lehner die Kopie einer alten Regimentsfahne.

Das Original befindet sich wohlbehütet im Fahnenhaus des Bayerischen Armeemuseums. Die zur katholischen Liga gehörende Fahne aus dem 30-jährigen Krieg hat als schwedische Kriegsbeute überlebt und ist im Armeemuseum zu besichtigten. Da der Verfall der Seidenstoffe allmählich voran schreitet, musste sie bereits vielfach restauriert werden. Eine Kopie dieser Flagge wurde jetzt in der Dürnitz des Neuen Schlosses von einer Abordnung der Kurfürstlich Bayerischen Landsknechte e.V. aus dem Ries vorgestellt, deren Vereinsfahne die Kopie ist.

Der katholische Militärpfarrer Klaus-Peter Lehner segnete die Flagge und erinnerte daran, dass Soldaten Diener des Friedens seien. Bis zum heutigen Tag gäbe es Kriege in der Welt. Mit dieser Feier gedenke man auch allen verunglückten und gefallenen Soldaten in Auslandseinsätzen. Der Geistliche ging auch kurz auf die Taufe ein, die nicht mehr rückgängig gemacht werden könne. "Mit der Taufe stehen wir unter der Siegesfahne Jesu Christi". Die blau-weiß gestreifte Regimentsfahne aus dem 30-jährigen Krieg besitzt in der Mitte das Christus-Monogramm IHS und Marienmonogramm MAR in einem Lorbeerkranz gefasst.

Museumsdirektor Ansgar Reiß sprach von einem "sehr schönen Anlass, die Fahne hier zum ersten Mal sehen zu können", deren Vorbild im Fahnenhaus aufbewahrt werde. Anschließend erläuterte er in seinem kurzen Grußwort die geschichtlichen Hintergründe dieses Banners.  Er ist einer der großen historischen Reenactment-Vereine aus Bayern: Die Kurfürstlich Bayerischen Landsknechte e.V. aus dem Ries stellen ein bayerisches Fußknechtsregiment aus dem 30-jährigen Krieg dar. Der noch recht junge Verein vollzog Mitte 2012 nach damals gerade mal fünf Jahren Wallersteiner Landsknechte e.V. einen Wandel, denn schon seit einiger Zeit wurde über einen Namenswechsel diskutiert. Man wollte damals weg vom Phantasienamen, hin zu einem historischen Bezug. Der Vorstand recherchierte und im Armeemuseum Ingolstadt wurde die Mitglieder fündig. Dort hängt in der Fahnenausstellung eine der wenigen erhaltenen Regimentsfahnen des 30-jährigen-Kriegs. Die Fahne des Kurfürstlich Bayerischen Fußknechts-Regiments. Diese wurde im Einvernehmen mit dem Museum kopiert und ist nun Vereinsfahne der Kurfürstlich Bayerischen Landsknechte e.V.. Somit sind die ehemaligen Wallersteiner die Kurfürstlich Bayerischen Landsknechte geworden und führen als eine der wenigen Landsknechtsgruppen die Kopie einer echten historischen Fahne.

 Zu der Vorstellung in der Dürnitz war eine Abordnung der Landsknechte in Gewandung des 30-jährigen Krieges zum Armeemuseum gereist und erklärte nach der Fahnensegnung den Besuchern Waffen und deren Handhabung aus der damaligen Zeit. Spannende Fechtvorführungen in der Dürnitz und Schießvorführungen aus einer Wallbüchse im Schlosshof,  rundeten das Rahmenprogramm ab.  Der Vorsitzende des Vereins Michael Freiherr von Gumppenberg freute sich sehr über die Kooperation mit dem Museum: „Für uns ist es besonders schön, dass wir zum einen die Erlaubnis zum Kopieren der Fahne erhalten haben und sie nun auch noch in diesem Rahmen präsentieren zu dürfen! Wir sind damit dem Vereinsziel – der Vermittlung von Geschichte und deren Darstellung – wieder ein Stück näher gerückt.“

 Eine kleine Übersicht, wo die Fahne und die Landsknechte 2013 zu bestaunen sein werden: An Pfingsten dieses Jahres findet im Histotainmentpark Adventon bei Osterburken zum zweiten Mal ein Landsknechtstreffen der Gruppen des 30-jährigen-Krieges statt. Nicht unbedingt ein „Mittelaltermarkt“ eher eine museale Veranstaltung, die Geschichte pur vermitteln will. Auch bei den Ritterspielen in Kaltenberg stellen die Kurfürstlich Bayerischen Landsknechte e.V. ein Lager. Ausgewählt wurden sie dafür besonders auf Grund ihres sehenswerten Bühnenprogramms der Landsknechtsmusterung und des Hexengerichts. Ein weiteres Highlight des Jahres wird dann im September das Tillyfest in Breitenbrunn sein, wo der Verein das große Feldlager stellt und mit Bühnenprogramm und Fechtshow die Besucher unterhalten wird.

Wer Interesse an gelebter Geschichte hat, wer sich für die Handhabung historischer Schusswaffen interessiert oder wer historisch Fechten lernen möchte kann sich gerne beim Vorstand des Vereins melden. Für neue Mitglieder gibt es sogar erst einmal Leihgardarobe, so dass man erst einmal als Landsknecht auf Probe zu ein paar Lagern mitfahren kann. Ebenso können interessierte Veranstalter die Kurfürstlich Bayerischen Landsknechte e.V. unter der e-Mailadresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichen. Informationen zum Verein gibt’s unter www.bayerische-landsknechte.de.

Fotos: Kajt Kastl

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